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Am liebsten nicht priorisieren

Am liebsten würde ich nie wieder priorisieren. Priorisieren ist schlimm, denn es bedeutet, dass ich irgendetwas, das ich gerne tun würde, als unwichtig oder nicht dringend klassifizieren und liegen lassen muss. Dabei steht auf meinen Aufgabenlisten nur wenig, was ich unwichtig finde. Eher mal lästig (Reisekostenabrechnungen), unnötig (dieselben Informationen in zwei verschiedene Formulare eintragen) oder unangenehm (repetitive Tätigkeiten). Trotzdem kenne ich das Phänomen der Prokrastination kaum. Alles auf meinen Listen erfüllt irgendeinen Sinn, wenn nicht für mich, dann doch für jemand anderen.

Priorisieren ist für mich ein Übel, nur dadurch nötig, weil es mehr zu tun gibt als ich zeitlich schaffen kann. Wenn ich nicht das Dringende mit höherer Priorität bearbeite, dann schaffe ich die Abgabetermine nicht. So einfach und brutal ist das.

Ohne Priorisierung könnte ich die Aufgaben in einer Reihenfolge entsprechend Lust und Laune bearbeiten. Laut Warteschlangentheorie wäre das bei einer Auslastung von 80 % tatsächlich möglich. Dann hätte ich aber auch Leerlauf. Wobei das bei gleitender Arbeitszeit kein Problem sein sollte.

Stress bereitet auch der Konflikt zwischen den Prioritäten, die ich persönlich den Aufgaben geben würde, und der Priorisierung durch den Arbeitgeber oder wen auch immer. Dadurch muss man manchmal Aufgaben vorziehen, die einem selbst wenig nutzen, während man Lieblingsprojekte aufschiebt. Das fühlt sich nicht schön an und war bei mir schon immer der Grund für Überstunden. Während der vertraglich vereinbarten Arbeitszeit hat mein Arbeitgeber ein Recht darauf, dass ich nach seinen Prioritäten tanze. In den Überstunden definiere ich meine Prioritäten selbst.

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