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Diskriminierung: So funktioniert's

Am Freitagabend hielt ich meinen Vortrag "Diskriminierung: So funktioniert's". Auf der Grundlage wissenschaftlicher Studien habe ich die Mechanismen von Diskriminierung aufgezeigt: andere Wahrnehmung der Kompetenz, andere Behandlung und Tätigkeiten, die uns zugewiesen werden, andere Erwartungen, die wir an uns selbst haben, Fallen, die uns gestellt werden. So schnell werden wir nicht gleichberechtigt werden, denn das Macho-System ist raffiniert gestrickt! Sogar Frauen unterstützen den Erhalt der traditionellen Rollenverteilung.

Die Frauen in meinem Alter konnten diese Phänomene alle bestätigen. Die jungen Frauen weniger. Das bedeutet aber nicht, dass es besser geworden ist. Das zeigt einfach nur, dass eine junge Frau, die sich noch als Anfängerin sieht und zu den erfahrenen Männern aufblickt, genau die Rolle einnimmt, die sie haben soll. Damit fühlen sich die Männer wohl. Sobald sie aber anfängt zu fragen "So, jetzt kann ich was. Und wo geht´s jetzt hier zur Karriere?", dann wird es ungemütlich. Ich fände es schön, wenn es besser geworden wäre, kann aber aus meiner Erfahrung nur berichten, dass die Methoden subtiler geworden sind und die Diskriminierung verdeckter passieren muss. Konnte zu meiner Zeit ein Vorgesetzter noch zugeben, dass er mich als Frau absichtlich anders behandelt als die männlichen Kollegen, wird er heute sachliche Gründe dafür in mir oder meiner Arbeit suchen müssen. Aber das menschliche Gehirn ist findig und kann für alles eine Begründung finden. Aber warten wir mal noch ab. Ich empfahl den jungen Frauen, in fünf Jahren nochmal an den Vortrag zurück zu denken und zu prüfen, ob diese Mechanismen wirklich verschwunden sind.

Sie finden die Ankündigung beim Rahmenprogramm auf der Webseite der informatica feminale

Die Folien kann ich auf Wunsch gerne zuschicken. Dort stehen dann auch Referenzen zu den Studien.

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