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Blog für Herrmann & Ehrlich. In diesem Blog geht es um die Arbeitsprozesse im Software Engineering, insbesondere um Requirements Engineering, Kreativität, Projekt- und Zeitmanagement und diverse weitere relevante Themen. Autorin: Andrea Herrmann

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Endspurt vor der Auszeit

Wenn ich mal ein langes Wochenende frei nehme, nennt sich das gleich "große Sommerferien"! Ich bin schon seit Tagen am Packen und verfolge die täglich wechselnde Wetterprognose und Waldbrandkarte für Südfrankreich. Dieses Jahr bin ich mit meinem Pilgerprojekt buchstäblich noch keinen Zentimeter voran gekommen. Voriges Jahr war der Mai ideal mit den vielen Feiertagen, aber dieses Jahr habe ich leider mehr Arbeit als voriges. Ich wüsste auch eine Menge dringende Aufgaben, die ich am Wochenende erledigen würde, wenn ich hier bliebe. Da aber die nächste Woche ruhig ist, kann ich das alles auch da noch machen. Heute ist Endspurt und ich will noch einige Gutachten einreichen, bevor ich verschwinde.

Das Pilgern wird auch dieses Mal eine Grenzerfahrung. Ich werde 40 km lang obdachlos sein in einer Gegend, wo ich weder etwas einkaufen kann noch gibt es Restaurants oder Hotels. Immerhin wandere ich von Dorf zu Dorf. Im Notfall könnte ich also an einer Haustür läuten und darum bitten, dass sie mir meine Flasche am Wasserhahn nachfüllen. Während das letzte Mal die Kälte und Dunkelheit der Grund waren, warum ich nachts nicht draußen bleiben wollte, könnte ich dieses Mal gut draußen schlafen und auch nachts wandern. Wir haben Vollmond. Problematisch sind eher die heißen Tage. Vielleicht gibt es auch Starkregen oder Gewitter bei über 30 Grad. Alles ist möglich. Erinnert mich an eine Wanderung in Südfrankreich in einem sehr trockenen Wald, wo die morschen Bäume im Sturm bedenklich ächzten. Ich rechnete jeden Moment damit, dass einer von ihnen auf den Weg stürzt.

Momentan habe ich mal wieder gar keinen Plan, außer die Zugverbindungen. Eigentlich fand ich Flixbus attraktiv wegen dem Preis und weil ich ohne Umsteigen hinkäme. Aber der fährt nur drei Mal am Tag zu ungünstigen Uhrzeiten. Ich wandere einfach drauflos und sehe mal, wie es läuft. In Belfort habe ich auch noch kein Hotel gebucht. Ich weiß nicht, wann und wie viel ich wandere und schlafe. Ob ich schon am Samstag oder erst Sonntag in Belfort ankommen werde. Im Prinzip kann man 40 km in acht Stunden runter reißen, zumal die Strecke recht eben verläuft. Ich kann es mir als Obdachlose aber auch gemütlicher gestalten, viele Pausen einlegen, Fotos schießen und so weiter. 

Ich freue mich schon riesig, mal aus dem Alltagstrott rauszukommen und ein paar Tage lang nur zu existieren mit dem einzigen Ziel, 40 km hinter mich zu bringen. So sehr ich meine Arbeit liebe, in den letzten Monaten war es echt zu viel. Körper und Geist müssen mal raus ins Real Life!

Ich melde mich, sobald ich zurück bin!

 

PS: Den Post habe ich am 30.7. getippt, aber sicherheitshalber erst jetzt freigeschaltet. 

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