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Ethik und KI

Auf der Informatik-Konferenz habe ich nun u.a. die Sitzung "Ethik und KI" besucht. Hier meine Key Learnings aus den drei Vorträgen:

 

Machine-Assisted Human Decision Making (Nina Grgic-Hlaca)

Künstliche Intelligenz trifft selten autonom Entscheidungen, sondern versorgt menschliche Entscheider mit Empfehlungen. Darum untersuchten diese Forscher, wie Menschen mit solchen Vorschlägen unter verschiedenen Umständen umgehen. Ja, sie nehmen Vorschläge an. Wie weit sie davon abweichen, hängt jedoch vom Awendungsfeld an und von dem Schaden, der durch eine falsche Entscheidung verursacht würde. Eine unnötige Operation oder ein Todesfall? Ein Unschuldiger geht ins Gefängnis oder ein Schuldiger wird freigesprochen? Steuern ließ sich dies noch dadurch, dass die Probanden Belohnungen oder Strafen für bestimmte Typen von Fehlern erhielten. Einen Bericht zu diesen Experimenten kann man hier kostenlos herunterladen. Weitere Artikel zu verwandten Themen gibt es auf der Webseite der Autorin.

 

Matching code and law: an adaptive framework for algorithmic fairness (Philipp Hacker)

In diesem Vortrag ging es um zwei Aspekte: um Metriken, die Fairness messen, und um den Datenschutz bei der Verarbeitung personenbezogener Daten. Beispielsweise: Um Diskriminierung auszugleichen, muss man zunächst wissen, dass diese Person zu einer üblicherweise benachteiligten Gruppe gehört. Zum Nachlesen gibt es diese Themen hier.

 

Artificial Intelligence is inconceivable without standards (Alexandra Engelt)

Dieser Vortrag verwies auf die DIN-Reihe 92001 für Künstliche Intelligenz:

https://www.beuth.de/de/technische-regel/din-spec-92001-1/303650673

Diese gibt es kostenlos, nach Anlegen eines Accounts.

Bei der DIN gibt es seit 2018 ein Working Committee "Artificial Intelligence".

 

 

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Briefankündigung per E-Mail

Gerade lese ich, dass mir gmx diesen völlig unnützen Service anbietet: Ich kann mich per E-Mail darüber informieren lassen, welche Briefe bei mir im Kasten liegen. Sorry, aber wenn ich das wissen möchte, gehe ich einfach hin und öffne den Briefkasten!

Mir scheint vielmehr, dass es sie stört, dass sie nur wissen, mit wem (und über was?) ich maile. Dass ich auch noch Briefe schreibe, von denen sie nichts wissen, das scheint sie zu stören.

Sachen gibt's... *Schüttelt den Kopf* Das Schlimme ist, dass es sicher bald den einen oder anderen geben wird, der mir diesen Service empfiehlt oder mich sogar unter Druck setzt, dass ich ihn einrichte, damit ich ihm morgens schon sagen kann, ob sein Brief angekommen ist, statt erst abends nach der Heimkehr. Genauso wie man mir eine Zeitlang sagte, ohne Elektrofahrrad könne ich nicht mobil sein und ohne Stevia nicht auf Zucker verzichten. Aber vielleicht wird dieser Service ja auch gar kein Mode-Hype. Und falls doch geht auch dieser vorbei. Die E-Räder wurden ja inzwischen durch E-Roller ersetzt, aber auch die sind nicht mehr in. Das nächste Modefahrzeug sammelt bestimmt noch viel mehr Bewegungsdaten. Darum geht es nämlich die ganze Zeit: um unsere Daten. (Oder ist das schon Datenschutz-Paranoia?)

Andrea Herrmann

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Unterschriftenaktion gegen Gesichtserkennung in der ganzen EU

Es gibt eine Unterschriftenaktion gegen Gesichtserkennung in der ganzen EU, die man hier unterzeichnen kann.

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Big Brother Awards 2020

Die Big Brother Awards sind vergeben. Zahlreiche Preise mussten ausgelobt werden für die Totalüberwachung des Straßenverkehrs, die Personenkennziffer und die Vermessung von Schülergehirnen. Erschreckend, wie die schlimmsten Albträume der Science Fiction Autoren und Datenschützer/innen heutzutage wahr werden. Alles, was machbar ist, wird gemacht!

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Online-Lehre kommt nicht gut an

Das Sommersemester 2020 war - kurzfristig angesetzt - ein vollständiges Online-Semester an allen deutschen Hochschulen. Eine Umfrage zeigt nun, dass die Studierenden mit dieser Umstellung unglücklich waren, weil die unkomplizierte, direkte Kommunikation mit Kommilitonen und Lehrkräften wegfiel. Der Vorteil der Flexibilität bei der Zeitplanung überwog wohl nicht das neu entstehende Problem, dass Studium und Privatleben nicht mehr klar räumlich und zeitlich voneinander getrennt stattfinden. Neulich habe ich auch in der Zeitschrift "Forschung und Lehre" von einer Umfrage an der Universität Augsburg gelesen, die ähnliche Ergebnisse erbrachte.

Diese Erfahrungen wundern mich nicht. Einerseits muss man berücksichtigen, dass diese Umstellung sehr plötzlich und für beide Seiten nicht freiwillig erfolgte. Ein Online-Kurs ist eben nicht ein Präsenzkurs, der online stattfindet. Eigentlich braucht man dafür ein vollständig neues Konzept, so meine Erfahrung. Dafür blieb den Lehrenden aber keine Zeit. Zunächst kämpften sie noch mit den Grundlagen wie der Auswahl und Benutzung der nötigen Technologie. Andererseits werden die Umfrageergebnisse auch bei einem gut geplanten Online-Studium ähnlich ausfallen. Auch im Bereich der verteilten Softwareentwicklung, zu der ich ja schon intensiv geforscht habe, kommt immer wieder heraus, dass Face-to-Face-Kommunikation, informelle Informationsflüsse und das Zwischenmenschliche essenziell sind und nicht weggelassen werden können.

Wenn ich die Wahl habe, finde ich hybride Kurse am besten, denn die Online-Lehre bietet auch neue Möglichkeiten. Lehrvideos, Online-Tests für die Wissensüberprüfung und optionales Zusatzmaterial gehören dazu. Gerade muss ich meine Vorlesung an der Universität Heidelberg umplanen. Die reine Wissensvermittlung lässt sich sehr gut in Lehrvideos verpacken, die jeder ansehen kann, wann es ihm passt. Auch mehrmals! Gleichzeitig muss für die zeitliche Taktung, für Diskussionen und Lernen durch Feedback auch eine synchrone Komponente dazu, also regelmäßige Online-Übungen als Webinar. Ich stehe noch am Anfang mit meiner Planung, könnte mir aber vorstellen, zwei (freiwillige?) Real-Life-Treffen im Semester vorzusehen.

Andrea Herrmann

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Seacon-Vortrag über Kreativität im Requirements Engineering

Gerade eben fand mein Pecha Kucha Vortrag "Tipps und Tricks für die Kreativität im Requirements Engineering" auf der SEACON-Konferenz statt. Dieses Mal virtuell, das heißt ohne Reise nach Hamburg.

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Corona, unser langfristiger Begleiter?

Die Fallzahlen sind nun hartnäckig wieder auf 2000 pro Tag gestiegen, siehe Statista. Obwohl wir alle Masken tragen, die Hände waschen, unsere Namen in alle möglichen Formulare eintragen. Werden 2000 pro Tag die neue Normalität? Oder der Grund für einen zweiten Lockdown?

Besonders krisenanfällig sind ja leider Schulungen, da sie für den Betrieb einer Softwareschmiede nicht unmittelbar, sondern mittelfristig unerlässlich sind. Firmen schicken Mitarbeiter dann auf Kurse, wenn alles rund läuft: Es sind Zeit und Geld vorhanden, das vermittelte Wissen wird in der gewissen Zukunft noch gebraucht, und man hat überhaupt den Kopf frei, um Fortbildungen zu planen, statt Krisen zu managen. Daran scheint es momentan zu hapern. Im September hatte ich fünf offene Seminare ausgeschrieben, und alle fielen aus. Normal wäre gewesen, dass zwei oder drei entfallen. Online-Schulungen lösen das Problem nicht, weil diese zwar die Ansteckungsgefahr auf null reduzieren, aber Angst vor Ansteckung ist nicht der Hauptgrund für die Schulungskrise.

Langweilig war mir nicht deswegen. Jetzt im September haben wir in Dortmund Prüfungsphase, ich betreue zahlreiche Abschlussarbeiten, von denen die Hälfte jetzt gerade fertig wird, ich erstelle zahllose (hunderte!) von Multiple-Choice-Fragen und schreibe ein neues Buch. Würde ich momentan hauptsächlich von Firmenschulungen leben, steckte ich allerdings in der Krise! (Genau darum habe ich schon lange die Diversifizierung meines Angebots als Risikomanagement-Maßnahme entdeckt.)

Dabei können wir sicher sein, dass wir unser Software-Engineering-Wissen in der Zukunft noch brauchen werden. Die Digitalisierung wird nicht in die Krise geraten, sondern schreitet im Gegenteil durch Corona umso schneller voran und kann durch Einsparungen bei Reisekosten und -zeiten, Portokosten sowie beim Personal finanziert werden.

Also, ich lerne gerade eifrig im Home Office auf meine nächste Zertifizierungsprüfung!

Andrea Herrmann

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Artikel: Requirements Engineering in Job Offers

Gerade erschien unser Artikel "Requirements Engineering in Job Offers" im Requirements Engineering Magazine. Es handelt sich dabei um eine internationale Kooperation zum Vergleich ähnlicher Studien darüber, was in Stellenanzeigen von Requirements Engineers gefordert wird.

Andrea Herrmann

 

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