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Blog für Herrmann & Ehrlich. In diesem Blog geht es um die Arbeitsprozesse im Software Engineering, insbesondere um Requirements Engineering, Kreativität, Projekt- und Zeitmanagement und diverse weitere relevante Themen. Autorin: Andrea Herrmann

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Burnout-Update

Eigentlich hatte ich erwartet: Sobald die körperlichen Symptome des Burnout vorbei sind, dann geht es mir wieder genauso gut wie vorher. Aus verschiedenen Gründen ist das aber nicht eingetreten, und bei genauer Überlegung ist das auch logisch. Es ist nicht mehr so wie vorher. Und das wird es auch nicht wieder werden.

Vorher motivierte mich bei der Arbeit, dass ich mich mit jedem Kurs, den ich gebe, weiter für eine Professur qualifiziere, für meinen Traumjob. Während des Burnouts motivierte es mich, dass ich mein Portfolio ausbaue und eine immer bessere Professorin werde. Nun denke ich, dass mich meine Kurs für gar nichts qualifizieren, ganz besonders nicht für eine Professur. Ich habe ein so umfangreiches Kurs-Portfolio, dass es einer Hochschule schon fast suspekt vorkommen muss. Außerdem: Wenn ich in so vielen Themen kompetent bin, brauche ich mich nicht zu wundern, wenn ich bei der nächsten Professur von Anfang an 200 % Deputat drauf gepackt bekomme. Und auf einer Universitätsprofessur darf man ja sowieso nur Themen lehren, zu denen man schon jahrelang geforscht hat. 

Ich habe das Gefühl, ich mache sowieso nur noch dasselbe. Mit meinem bisherigen Portfolio bin ich dermaßen ausgelastet, dass kaum Zeit und Energie übrig bleibt, um neue Kurse zu entwickeln. Ich entwickle mich darum nur langsam weiter und mache das Ganze eigentlich nur noch fürs Geld und weil ich gerne mal einen Tag mit netten Leuten verbringe und ihnen von dem erzähle, was ich interessant finde.

Die kreativen Aufgaben, die ich als Professorin hatte, musste ich alle abgeben. Mir bleibt aber auch wenig Energie für Forschung und für meine Bücher. Als erstes muss ich mal meinen Lebensunterhalt verdienen und den verdiene ich eben mit Routinearbeit. 

Ich habe genau genommen alles erreicht, was ich in meinem Leben erreichen wollte. Nun fehlt ein neues Ziel. Eine Richtung. Ein Sinn. Nur zu arbeiten, um meine Brötchen zu verdienen, das ist auf Dauer zu wenig. Es ist jetzt OK, während der Burnout ausheilt. Aber nicht auf Dauer. 

Ende 2023 sind mir die beiden Menschen verloren gegangen, die immer auf meiner Seite standen. Nein, sie haben mir nicht die Freundschaft gekündigt, der Tod hat sie geholt. Auch das reißt ein großes Loch in mein Leben. Mit wem soll ich nun meine Gesundheit feiern?

 

 

 

 

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