Blog für Herrmann & Ehrlich. In diesem Blog geht es um die Arbeitsprozesse im Software Engineering, insbesondere um Requirements Engineering, Kreativität, Projekt- und Zeitmanagement und diverse weitere relevante Themen. Autorin: Andrea Herrmann
Diese Woche ist bei mir Linux-Migrationswoche. Meine beiden am meisten genutzten Computer sind jetzt von Windows 10 auf Linux migriert. Die meisten anderen waren schon, aber die benutze ich kaum. Libre Office, Elster und Zoom habe ich auch schon installiert. Das ging tadellos, viel besser als früher. Die Hersteller unterstützen das inzwischen durch exakte Installationsanleitungen auf ihren Webseiten. Früher war es eher Geheimwissen, wie man es hinbiegen muss, damit es trotz allem klappt. Man kam sich vor zehn Jahren noch vor wie ein Hacker, der etwas Illegales macht und nicht wie ein legaler User. Ich würde mal sagen: Deutschland ist bereit für Linux!
Aber gut, man sollte den Tag nicht vor dem Abend loben. Die Liste der noch zu installierenden Hilfsmittel ist lang: Entwicklungsumgebungen, Modellierungstools, VPN, Passwortsafe.
Neulich im Arbeitskreis "Digitale Souveränität" stellte jemand die Frage, was noch fehle, damit die KMU auf Linux migrieren können. Na, ganz klar: Dienstleister, die sie dabei unterstützen. Es will ja nun nicht jede Zahnarztpraxis, Schreinerei oder Uhrenhersteller sich in Linux reinfuchsen. Sie brauchen Dienstleister. Tja, und dann find mal einen Dienstleister, der sich mit Linux auskennt!
Auf meiner Suche nach jemandem, der mir das Betriebssystem installiert, bekam ich überall die Antwort: "Wir machen nur Windows." Dabei sollte das nun wirklich eine Standard-Dienstleistung sein. Mein Eindruck war, ich habe die einzigen beiden gefunden, die sowas hier im Umkreis von Stuttgart überhaupt können! Skandal!
Was mich aus Gendersicht mal wieder stört ist: Wenn eine Frau etwas macht, ist es nicht dasselbe wie wenn ein Mann dasselbe macht. Wenn ein Professor oder Manager sein Betriebssystem nicht selbst installiert, sondern das seinem Techniker überlässt, ist es das Selbstverständlichste von der Welt. Er hat schließlich Wichtigeres zu tun. Wenn mir meine Zeit dafür zu schade ist und ich will, dass es richtig gemacht ist, dann gibt's Häme. "Was, das kann die nicht?" Sorry, das ist gar nicht mein Fachgebiet. Die Installation des Betriebssystems überlasse ich immer denen, die das regelmäßig machen. Schließlich ist mein Computer eine kritische Arbeitsressource. Da will ich nicht riskieren, dass ich nach drei Wochen feststelle, ich habe irgendwo falsch geklickt und muss nochmal von vorne anfangen. Das muss sofort funktionieren. Was es ja nun auch getan hat! Aber auch nicht beim ersten Anlauf. Der Profi wusste aber sofort, welche BIOS-Einstellung er hacken muss.
Ich werde nicht für diese Werbung bezahlt. *grins* Aber wen es interessiert:
Den Laptop haben wir heute im Linux-Cafe Kaltental migriert.
Für den PC ließ ich den Computerservice Ludwigsburg kommen. Herr Stephan hat dann auch dafür gesorgt, dass ich gleich wieder drucken kann.
Falls ihr sie kontaktiert, grüßt sie schön von mir. :-)