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Blog für Herrmann & Ehrlich. In diesem Blog geht es um die Arbeitsprozesse im Software Engineering, insbesondere um Requirements Engineering, Kreativität, Projekt- und Zeitmanagement und diverse weitere relevante Themen. Autorin: Andrea Herrmann

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Computerläden...

Notfallplan A ist leider gefloppt. Ich muss dieses Wochenende noch klären, ob Plan B oder C funktionieren. Ansonsten Plan D... 

Meine Situation ist die: Mein wichtigster Laptop fährt seit der Linux-Installation nicht mehr zuverlässig hoch. Obwohl ich zahlreiche Stunden in die Analyse investiert habe, habe ich immer noch nicht heraus, ob es ein Software- oder Hardwareproblem ist. Ich tippe inzwischen aber eher auf Hardware. Der softwareseitige Neustart funktioniert, nur wenn ich den Laptop runterfahre oder in Bereitschaft gehe, kann ich ihn mit dem Start-Knopf nicht mehr starten. Da noch Garantie auf dem Rechner ist, habe ich mich beim Lieferanten gemeldet und die haben mir ein Retourenlabel geschickt, das zehn Tage lang gültig ist. Ich muss mir jetzt entweder in wenigen Tagen einen Ersatz besorgen, mit dem ich Online-Schulungen geben kann oder auf die Reparatur und Garantie verzichten und den Computer so lange weiternutzen, bis er irgendwann gar nicht mehr hochfährt. Dadurch würde ich Zeit gewinnen, um in Ruhe einen Nachfolger zu besorgen. Ununterbrochener produktiver Betrieb hat bei mir als Firma die oberste Priorität! Online-Kurse kurzfristig abzusagen kommt gar nicht in Frage. Der Verdienstausfall wäre so teuer wie ein gebrauchter Laptop. 

Plan A sah so aus: Ich gehe heute in einen Computerladen und kaufe dort einen Ersatzlaptop, den ich benutzen kann, während mein Hauptrechner zur Reparatur eingeschickt ist. Da ich nicht weiß, wann und ob ich ihn wiederbekomme, müsste dieser Ersatzlaptop notfalls auch mein Hauptlaptop werden oder als dieser dienen, bis ich mir einen richtigen kaufe. Mittelfristig war er als Reiselaptop bestimmt, sollte also vor allem klein und leicht und mit HDMI sein, Superkräfte nicht nötig. Ich gehe genau dann in einen Computerladen, wenn ich einen Notfall habe wie jetzt. Da ich mich noch lebhaft an meine Odyssee erinnerte, als ich voriges Jahr dringend einen Drucker benötigte, fuhr ich gar nicht erst nach Stuttgart. Die Läden, wo ich dort früher Hardware gekauft habe, gibt es alle nicht mehr. Musste ich das letzte Mal feststellen, als ich vor der Türe stand. Ich musste erst im Internet recherchieren, wo es noch einen Laden gibt. Heute fuhr ich gleich dort hin. Dort war großes Gewusel. 30 % auf alles wegen Räumungsverkauf. Das hätte mein Glückstag werden können. Ich fand zwei Geräte, die ich statt für 300 Euro dann für 200 bekommen hätte. Nur war leider der zuständige Kollege nicht da, sondern kam erst in einer Stunde wieder. Ich setze mich also in ein Caf´e und lese eine Masterarbeit. Als ich wiederkomme, ist wie versprochen ein Computer-Verkäufer anwesend. Problem nur: Er weiß das Passwort nicht. Von beiden Computern nicht. Pech gehabt, ich kann Ihnen den nicht verkaufen. Und husch, weg war er. Hm, ich wollte nicht gerade 1000 Euro minus 30 % für einen supertollen Windows 11-Ersatz-Rechner ausgeben. Also tigerte ich zu meinem Wunschlaptop zurück und gab als Passwort ein paar geratene Kombinationen ein. Ich fand auch das richtige. Hüstel. Fünf aufeinander folgende Ziffern. Für ein Demolaptop in einem Computerladen vermutlich OK. Der Computer begrüßte mich mit "Herzlich willkommen!", dann Eieruhr und Abbruch der Anmeldung. Tja, ich würde sagen: Da fehlt nicht das Passwort, sondern der Computer ist vermurkst installiert. Darum steht das alte Modell auch noch da. Aber keiner der Verkäufer ist dafür verantwortlich, das Problem zu lösen. Ich wette, dieses originelle Passwort ist den Verkäufern darum nicht mehr bekannt, weil es das Passwort aus dem Jahr 2020 ist und keiner von ihnen schon so lange dort arbeitet. 

Kein Wunder, dass der Laden dicht machen muss. Die Verkäufer sind nicht in der Lage, einen Computer zu verkaufen, der da auf dem Tisch liegt und den eine Kundin unbedingt und dringend gleich mitnehmen will! Dafür sind Läden eigentlich da. 

Also gut, ich habe nun ein paar Tage Zeit, Plan B und C auszuprobieren. Ich kann versuchen, ob ich mit dem neu auf Linux migrierten PC auch zoomen kann. Dann arbeite ich erstmal mit dem. Zusätzlich habe ich noch meinen alten Reiselaptop (auch Linux) von früher. Mit dem kann ich definitiv nicht zoomen, weil der Sound kaputt gegangen ist. Aber er hat einen VGA-Anschluss und im Schrank liegt noch ein Adapter nach HDMI.

Plan C wäre, dass ich am Dienstag nochmal zu einem anderen Laden fahre. Bestellen dauert einfach zu lange. Plan D ist, dass ich doch einen bestelle und diesen Laptop nicht einschicke. :-/

Wie ich immer sage: Das Fehlen einer IT-Abteilung, die sich um solche Probleme kümmert und immer einen Ersatzlaptop im Schrank hat, das ist das, was mich an der Selbstständigkeit am meisten nervt. Meine Zeit ist viel zu wertvoll, um sie mit solchem Kleinkram zu verplempern. Der erfolglose Ausflug in die Stadt hat mich mehrere Stunden gekostet, in denen ich hochwertigere Arbeit hätte machen können. 

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