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Workshop am 25.04.2022: Spaß im Requirements Engineeering

Am 25.04.2022 veranstalten wir auf der REConf den Workshop "Spaß im Requirements Engineeering". Dabei geht es zum einen darum, wann dem Requirements Engineer seine Arbeit Spaß macht, aber auch darum, die Stakeholder zur Beteiligung zu motivieren. Zu diesen Themen bringen wir einige Impulse mit. Es sind auch praktische Übungen geplant und der Erfahrungsaustausch unter den Teilnehmer/innen.

 

 

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Bloß nichts mit Menschen

Heute Morgen habe ich einen Artikel angeklickt, der Berufe auflistet, bei denen man möglichst wenig mit Menschen zu tun hat. Softwareentwicklung ist auch mit aufgezählt. Was für ein Stuss! Auf welcher Vorurteilewebseite haben sie das denn ahnungslos abgeschrieben? Wie wäre es mit einer Recherche im echten Leben, wo man Menschen befragt, ob ihr Job viel oder wenig mit Menschen zu tun hat? Und ich rede mir den Mund fusselig, wie kreativ und kommunikativ dieser Job ist...

 

 

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Warum programmieren wir Frauen nicht?

Die Frage, warum wir Frauen innerhalb der Informatik auf den scheinbar „einfachen“ Themen arbeiten, also im Requirements Engineering oder dem Testen eher als in der Software-Architektur oder Code-Analyse, habe ich immer noch nicht wissenschaftlich untersucht. Beim ersten Versuch, Interviewpartnerinnen zu finden (und Männer als Vergleichsgruppe), habe ich nur einen einzigen ausgefüllten Fragebogen zusammen bekommen. Ich habe mir das Thema gerade eben aber auf meinen Themenspeicher für Abschlussarbeiten geschrieben.

Aus eigener Erfahrung kann ich aber schonmal verschiedene Hypothesen herleiten. Es sind ganz sicher wie überall, wo zwischen Männern und Frauen ein Ungleichgewicht herrscht, mehrere Faktoren, die zusammen in dieselbe traditionelle Richtung ziehen: Frauen trauen sich die als schwierig geltenden Aufgaben nicht zu. Jedermann und jede Frau sagen ihnen „Das ist doch nichts für dich, das machen normalerweise Männer!“ Oder „Sowas müssen die Männer machen!“ Das ist schonmal eine Bremse, wenn man ständig entmutigt wird. Hat man zusätzlich noch eigene Zweifel, dann war das schnell das Aus. Auch beim ersten praktisch auftretenden Problem wird gleich gemutmaßt, dass einem Mann das nicht passiert wäre. Was selten stimmt, denn Männer kochen auch nur mit Wasser. Die können auch nicht immer alles schon von Kindesbeinen an, sondern müssen durch Erfahrung klug werden.

Aber selbst wenn eine Frau genau weiß, was sie will, trotz allen Gegenwinds, kann sie nicht immer tun, was ihre Berufung ist. Niemand konnte mich davon abhalten, mein Studienfach und die Schwerpunkte zu wählen. Ich hatte mich auf Numerik und Computersimulationen spezialisiert, auf dem Gebiet auch ein Praktikum gemacht, die Diplomarbeit und die Doktorarbeit. Leider war ich mit diesem Thema zu früh dran und fand anschließend keine Stelle in genau diesem Bereich. Ich wurde also Beraterin. Dort wurde mir das Programmieren verwehrt mit der Begründung, dass ich noch nie programmiert habe und es ihnen zu aufwändig sei, mir das von null an erst beizubringen. Mein Einsprucht, dass ich während Diplom- und Doktorarbeit vier Jahre lang programmiert habe, wurde abgeschmettert, denn das sei keine „richtige Programmierung“, wie mir begründet wurde. Auf meine Frage, was richtige von nicht richtiger Programmierung unterscheidet, bekam ich dann aber keine Antwort, sondern nur Schweigen. Ich nehme an, das war einfach mal wieder ein intuitiver Machogedanke, der für objektive Wahrheit gehalten wurde. Im nächsten Job durfte ich dann wieder programmieren, im folgenden nicht, wieder mit der Begründung, ich hätte das noch nie gemacht. Also wurde ich für Requirements Engineering und Testen eingesetzt, was einfach genug ist, dass es auch eine Person ohne technisches Verständnis machen kann. Als ich an die Uni zurück kehrte, habe ich dann in diesen Bereichen geforscht und habe das erst wieder in Frage gestellt, als ich dieses Stipendium für Genderforschung in der Informatik hatte und mich fragte, wie ich als ehemalige Expertin für Computersimulationen eigentlich zum Requirements Engineering gekommen bin.

Seitdem habe ich einige Gelegenheiten genutzt, um zur Programmierung zurück zu kehren. Jetzt lehre ich C++ für Anfänger, R und Python. Nur C++ gab es schon, als ich studierte, aber genauso wie ein Mann kann ich mich einarbeiten. Ganz selbständig. Mir wurde im Berufsleben ständig gesagt, das sei nicht möglich. Eine Frau brauche immer einen Mann, der den ganzen Tag auf dem Stuhl neben ihr sitzt und ihr sagt, was sie eintippen muss. Das war dann auch der Grund, warum ich in der Praxis nicht programmieren durfte. Es gab einfach keinen erfahrenen Programmierer, den man 40 Stunden pro Woche von der Programmierarbeit freistellen konnte, um mir Einzelunterricht im Programmieren zu geben. Unverschämtheit, aber so klappt das eben mit der Diskriminierung!! Wenn wir Frauen schon die Männerfächer studieren und man uns wegen Fachkräftemangel sogar einstellen muss, dann hält man uns wenigstens von den edlen, schwierigen, männlichen, harten Aufgaben fern, die am meisten Ruhm einbringen. Dadurch kommt dann die Programmiererin aus der Übung, ihr Wissen veraltet. Diskriminierung erfolgreich.

Aber wie ich immer sage: Zum Glück gibt es den Fachkräftemangel. Der eigene Chef kann uns daran hindern, hochwertige Aufgaben zu übernehmen. Wenn mein Chef mir sagt, ich dürfe den Code nicht mal lesen, weil ich sonst etwas kaputt machen könnte, werde ich den Teufel tun, das auch nur anzuklicken. Denn falls ich es tue, werden hinterher Kollegen und Kolleginnen ihre Fehler auf mich abwälzen. Aber als Freiberuflerin hatte ich bessere Chancen. Die Kunden brauchen so dringend kompetente Kräfte, dass sie sogar Frauen beauftragen! Und so kam ich wieder ins Thema rein. Hartnäckig bleiben!! Nicht unterkriegen lassen!

Interessant ist nach wie vor der internationale Vergleich. Nur bei den deutschen Tagungen habe ich dieses massive Ungleichgewicht bei den Frauenanteilen gefunden. Auf internationalen Tagungen tragen Frauen durchaus über technische Themen vor. Deutschland ist also international verglichen noch Entwicklungsland bei der gleichberechtigen Berufsausübung!

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Digitalisierung und wie wir trotzdem wir selbst bleiben

Auf der WENIGER-Konferenz hielt Johannes Hartl im Januar einen Vortrag mit dem Titel "Digital und ohne Angst" über die Digitalisierung und sich daraus ergebenden Veränderungen in unserem Gehirn, sozialen Beziehungen, Politik und Gesellschaft. Für Informatiker/innen und Wissenschaftler/innen ist das alles nichts Neues. Das ist Stand der Forschung. Mir gefällt sein Vortragsstil. Hartl gelingt es, wissenschaftlich exakt und doch für Jedermann verständlich vorzutragen.

Genau aus den genannten Gründen habe ich kein Twitter oder Whatsapp. Meine Mailbox piept mich nicht alle zwei Minuten an, wenn wieder eine Nachricht eingeht. Entweder ich arbeite konzentriert oder ich öffne mich für E-Mails. Neulich war ich wegen Sturmschaden von morgens bis 15 Uhr offline. Abgesehen von einer ausgefallenen Besprechung war das kein Problem. Ich konnte offline tadellos arbeiten.

Für die Gesundheit meines Gehirns, meine Konzentration und Kreativität benötige ich als Abwechslung zum Arbeiten im Virtuellen diese Tätigkeiten: Joggen, Gartenarbeit, Kochen, Schreiben.

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Frauenanteile auf der Software Engineering Konferenz 2022

Die letzten Tage habe ich an der Software Engineering Konferenz teilgenommen und in den Sitzungen den Frauenanteil unter den Teilnehmer/innen gezählt. Ich bin auf 8,1 % gekommen! (In den technischeren Sitzungen war der Frauenanteil gleich noch etwas geringer.) Zum Vergleich die Frauenanteile in den Proceedings:

https://dl.gi.de/bitstream/handle/20.500.12116/37992/se_2022_proceedings.pdf

Bei den Herausgebern der Proceedings beträgt der Frauenanteil ein Drittel, beim Programmkomitee stolze 56%, bei den Autor/innen der akzeptierten Beiträge 12,7%.

Was könnten uns diese Zahlen sagen?

Ein Drittel bei den Herausgebern ist unverdächtig. Das passt zu den Frauenanteilen in der Informatik (=Grundgesamtheit), die ich in früheren Analysen gefunden habe. Zur Teilnahme im Programmkomitee wird man eingeladen. Hier haben die Organisatoren also offensichtlich aktiv etwas für die Frauenförderung getan.

Die 12,5 % Frauenanteil bei den Vortragenden sind bei technischen Themen durchaus normal, passen zu meinen früheren Ergebnissen. Bisher hatte ich keine Statistiken zu Teilnehmerinnenzahlen erhoben. Und bin sehr nachdenklich geworden. Die Teilnahme war kostenlos und die Konferenz fand online statt. Was also könnte die Informatikerinnen von der Teilnahme abgehalten haben? Kosten oder die Hemmung, ihre Familie mehrere Tage am Stück im Stich zu lassen, können es nicht sein. Diese äußeren Faktoren fallen weg. Wo also waren die Frauen, während wir den Vorträgen gelauscht haben? Darüber möchte ich keine Vermutungen anstellen, aber feststellen, dass ständige Fortbildung ganz wichtig ist, gerade in der Informatik. Und wenn die Teilnahme so gering ausfällt, dann steckt da vielleicht derselbe Grund dahinter wie bei der niedrigen Beteiligung bei den Vorträgen. Ich hatte mich ja gefragt, ob die Frauenanteile bei den Vortragenden auf Konferenzen unter einem Drittel liegen, weil zu wenig Frauen einreichen oder weil ihre Einreichungen mit höherer Wahrscheinlichkeit abgelehnt werden. Bremsen sie sich selbst aus oder werden sie ausgebremst? Aber wenn man die niedrige Beteiligung bei den Zuhörenden ansieht, erscheint es schlüssig zu vermuten, dass frau keine Beiträge einreicht bei einer Veranstaltung, wo sie nicht mal als Zuhörerin hingeht. Man muss sich sogar eher fragen, ob die Beitragsautorinnen von ihren Vorgesetzten zur Einreichung gedrängt wurden. Das sind natürlich alles Spekulationen.

Zu meiner bisher noch offenen Forschungsfragen: „Warum wählen Informatikerinnen eher die soften, weniger renommierten Forschungsthemen?“und "Warum tragen Frauen so selten bei Konferenzen vor" kommt nun noch die Frage hinzu: „Warum nehmen Frauen an Konferenzen so wenig als Teilnehmerinnen teil?“

Natürlich hat der oder die Vorgesetzte bei allem etwas mitzureden, aber das erklärt das Ungleichgewicht sicher nicht vollständig. Es gibt noch viel zu tun bis zur Gleichbeteiligung.

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Meilenstein: meine nächste Buchpublikation

Heute hatte ich einen Abgabetermin für eines meiner Bücher. Nach mehreren Jahren Arbeit habe ich nun die letzte Korrekturrunde abgeschlossen. Das war haarig, denn für die 450 Seiten gab mir der Verlag nur 10 Tage. Da können Sie sich vorstellen, was ich jeden Abend gemacht habe! Demnächst erscheint also bei Springer mein Buch "Grundlagen der Anforderungsanalyse".

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Formulare, Formulare

Bei meinen Recherchen für eines meiner Bücher musste ich heute Morgen schon herzhaft lachen:

https://twitter.com/therealbuzz/status/627895978796916736

https://twitter.com/therealbuzz/status/626812956148248577

Es muss einfach alles seine Ordnung haben. Selbst die Reise zum Mond benötigt eine Reisekostenabrechnung, und für die Rückkehr mit Mondgestein ist eine Zollerklärung auszufüllen. Wobei ich wette, dass heutzutage diese Formulare nicht mehr auf eine einzige Seite passen. Beispielsweise muss man heutzutage genau Datum und Uhrzeit des Grenzübertritts angeben, damit die Tagegelder korrekt berechnet werden können. In diesem Fall vielleicht weniger relevant, weil laut Reisekostenabrechnung ja Vollverpflegung gestellt wurde.

 

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So wird das nie klappen mit der Gleichberechtigung

Erst neulich hatten wir einen "Frauenabend". Ich konnte es nicht mit anhören. Das ewige Gejammer darüber, dass es so wenige Frauen in der Informatik gibt oder als Sprecherinnen auf Konferenzen. Ich finde das auch bejammernswert, aber kein einziges Mal wurde wirklich angeprangert, dass wir täglich diskriminiert und entmutigt werden. Nein, die Männer machen niemals etwas falsch. Wir Frauen sind diejenigen, die es vermasseln. Die Mädchen trauen sich vollständig grundlos nicht zu, Informatik zu studieren. Frauen bilden sich nicht genügend fort und wagen sich darum zu Recht auf keine Konferenzbühne. Blabla. Warum wälzen wir Frauen uns sogar dann in solchem Schmutz, wenn wir unter uns sind?

Weil auch die Frauen so dermaßen Teil der Machogesellschaft sind, dass sie ohne nachzudenken die Spiele mitspielen, die den Machterhalt der Männer sichern. Männer machen nie etwas falsch? Wir Frauen sind diejenigen, die eben nicht gut genug sind? Bei nächstbester Gelegenheit betrachten wir also den Vortrag einer Kollegin noch kritischer als den eines Mannes, um uns in unserer Überzeugung zu stärken? Wir brauchen gar keine Männer, um uns klein zu halten, das schaffen wir ganz alleine.

Ich denke, jedes Mädchen, das sich gegen die Informatik entscheidet, hat instinktiv richtig gefühlt, dass sein Leben dann ein täglicher Kampf wäre. Auch ich war mir bewusst, worauf ich mich einlasse, hat mich doch mein Umfeld schon von Anfang mit Bedenken und Hohn überschüttet, weil ich es wagte, etwas Technisches zu studieren. Ich habe mir zugetraut, so gut wie die Männer zu sein und die täglichen Anfeindungen wegzustecken.

Inzwischen habe ich erkannt, dass ich niemals ein echter, erwachsener Profi sein werde. Ich kann mich fortbilden so viel ich will, unendlich viel Berufserfahrung sammeln, es wird nie ausreichen. Es gibt da ein paar ungeschriebene Gesetze wie diese:

1.) Bei Männern zählt die gesamte Berufserfahrung, von Anfang bis Ende. - Bei Frauen zählt nur die aktuelle Tätigkeit. Sobald ich den Job wechsle, beginnt der Zähler für die Jahre an Berufsfahrung wieder neu bei null. Aktuell habe ich nach meiner Zählung 26 Jahre Berufserfahrung, aber nach Machozählweise nur anderthalb.

2.) Männer machen richtige Arbeit, die richtig zählt. - Frauen gibt man lieber keine wichtigen Aufgaben, denn sie könnten ja einen Fehler machen. Was auch immer eine Frau tut, ist per Definition keine richtige Arbeit. Ich habe es schon mehrfach erlebt, dass eine Position oder Aufgabe dadurch abgewertet wurde, dass eine Frau sie übernommen hat. Danach wollte kein Mann diese Frauenaufgabe mehr haben. Sogar eine Frau kann das? Dann lässt sich damit kein Blumentopf mehr gewinnen. (Ich lasse mich überraschen, ob dieser Effekt auch auftritt, wenn die Gesellschaft für Informatik ihre nächste Präsidentin wählt.)

3.) Was Männer arbeiten, das haben sie vollständig verstanden, können dies selbständig ausführen und sind Experten. Sie werden also durch ihre ganz normale alltägliche Arbeit kompetente Spezialisten. - Frauen brauchen ständige Anleitung, weil sie gar nicht begreifen, was sie da tun. Dadurch bauen wir bei der täglichen Arbeit kein echtes Wissen auf. Wir ahmen die Experten nur nach, sind aber selbst keine. Darum müssten wir, um unsere Kompetenz zu beweisen oder aufzubauen, zusätzliche Qualifikationen erwerben. Die dann allerdings auch nicht zählen, weil sie per Definition nichts Richtiges sind.

Schade, dass sogar Frauen so denken - zumindest über andere Frauen.

Trotzdem sollten wir Frauen unseren Weg gehen, unserer Begabung und Leidenschaft für die Naturwissenschaften und die Technik folgen. Wir müssen härter arbeiten, um weniger zu erreichen als ein Mann. Wir dürfen keine echte Anerkennung erwarten, sondern müssen Freude an dem finden, was wir heute tun. Das verlangt viel Kraft. Ich verstehe all diejenigen, die diese Kraft nicht aufbringen wollen oder können.

Wir befinden uns immer noch in der Phase, wo wir zu wenige sind. Sobald wir die kritische Grenze von 30% Frauenanteil überschreiten, dann werden wir keine Minderheit mehr sein. Bisher gelingt dies nur in ganz kleinen Bereichen, z. B. an einer einzelnen Hochschul-Fakultät oder in einem Startup.

Die 30% werden wir aber nicht erreichen, solange wir nach den Regeln der Männer handeln. Das Machosystem funktioniert so gut, dass sogar viele Frauen ein Interesse daran haben, dass es erhalten bleibt. Vielleicht macht es manchen Freude, eine Exotin zu sein, besser als die bemitleidenswerten Geschlechtsgenossinnen? Versuchen sie, sich bei den Männern einzuschleimen, indem sie schlecht über die Frauen im Allgemeinen reden? 

Wenn ich beispielsweise eine Studentin habe, die einen Misserfolg erlebt hat, dann nimmt sie die volle Verantwortung dafür auf sich und martert sich mit Selbstvorwürfen, wie sich das für eine gute Frau gehört. Die meisten sind überrascht von der alternativen Lesart, dass vielleicht jemand anderer auch einen Fehler gemacht hat. Dass sie eventuell nicht fair behandelt wurde, weil sie eine Frau ist. Aber ich habe inzwischen genug gesehen, um zu wissen, dass dieselbe Geschichte bei einem Mann anders ausgeht. Das zu wissen, nutzt mir jedoch nicht viel. Im Konfliktfall kann ich nicht so offensiv vorgehen wie ein richtiger Mensch, weil die gesamte Gesellschaft immer hinter den Männern steht. Selbst wenn ich nicht an meine Schuld glaube - alle anderen tun es.

Nun fragen Sie sich vielleicht, wie ich darauf komme, jemals diskriminiert worden zu sein. Weil ich das gerne ausdiskutiere, wenn ich merke, dass etwas nicht stimmt. Und dann kommen wir vom einem zum anderen, und am Ende gehen dem Gegenüber die Argumente dafür aus, warum ich weniger wert bin als ein Mann, bis er dann kategorisch eine der obigen drei Regeln nennt. Damit ist er fein raus, die sind unumstößlich und genügen als Begründung für alles mögliche. Aufschlussreich ist, dass sich bisher bei so einer Diskussion fast nie jemand auf meine Seite gestellt hat, obwohl das Gegenüber offensichtlich im Unrecht war. Mir fällt nur ein Fall ein, wo eine Frau so mutig war. Übrigens eine Asiatin. Ich bin ihr immer noch dankbar für ihren Mut, den nur wenige Frauen aufbringen.

Genug gejammert. Ich gehe noch ein paar Hausarbeiten korrigieren, damit ich morgen wieder die kreativen Projekte bearbeiten kann.

Andrea Herrmann

 

 

 

 

 

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Themenheft "Software Engineering für KI-Systeme" der Softwaretechnik-Trends

Die neuste Ausgabe der Softwaretechnik-Trends befindet sich nun im Druck.
Inhalt sind die Berichte der Fachgruppentreffen TAV und Requirements
Engineering. Im November hatten wir als Fachgruppe Requirements Engineering
das Thema des Treffens "Requirements Engineering und Künstliche Intelligenz"
gewählt. Das hat mich dazu inspiriert, im Herbst ein Themenheft
"Softwaretechnik für KI-Systeme" zu erstellen. Das heißt rund um das Thema,
wie man mit Mitteln der Softwaretechnik KI-Systeme entwickeln und testen sollte.
Zusätzlich zu den üblichen Inhalten suche ich bis zum 15.8. bis zu 6-seitige
Fachartikel zu diesem Thema.

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US-Geheimdienste und Daten in der EU

Ein aktuelles Gutachten diskutiert, wie US-Geheimdienste Daten aus der EU abgreifen könnten. Tja, da muss man gut aufpassen, wem man seine Daten anvertraut. Ich verstehe immer noch nicht, warum man wertvolle Daten anderen anvertraut. Ist das eine Variante von Infantilisierung?

 

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