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Folien des Fachgruppentreffen Requirements Engineering

Das diesjährige Fachgruppentreffen Requirements Engineering
fand am 26. und 27.11.2020 online statt und hatte als aktuelles
Thema gewählt: „Virtuelles RE – Herausforderungen und Chancen“.
https://fg-re.gi.de/

Die Folien der Vorträge sind nun auf der Webseite verfügbar.
Öffnen Sie den Reiter "Programm" und klicken Sie dort auf die Links.

Artikel über die Vorträge erscheinen im Frühling in den Softwaretechniktrends:
http://pi.informatik.uni-siegen.de/stt/

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Warum bringt der "Lockdown Light" nichts? Oder: Es war die Lachsschaumcreme

Der erste Lockdown brachte einen schnelle Erfolg bei den Neuinfektionszahlen, der zweite nun leider kaum. Gestern waren es wieder über 20.000 Neuinfektionen. Man schiebt es auf die Maske-unter-der-Nase-Trager und die angeblich vielen Parties. (Mist, mich hat keiner eingeladen...) In den öffentlichen Verkehrsmitteln werden wir penetrant per Durchsage darauf hingewiesen, unsere Maske zu tragen, was wir doch alle gewohnheitsmäßig tun. Und Alkohol soll man abends auch nicht mehr kaufen.

Ich glaube, dass wir auf dem falschen Weg sind. Schon zu Beginn der Pandemie fand ich, dass wir am meisten auf unser Essen aufpassen müssen. Die schlimmsten Viruserkrankungen habe ich mir bisher übers Essen zugezogen, weil die dann gleich den ganzen Körper fluten. Halsschmerzen, Augen- oder Nagelbettentzündungn breiten sich nicht derart im Körper aus. Als ich im Sommer 2019 einen ähnlich bösen Virus einfing (gleichzeitig mit meinen Studenten), hatte ich den eindeutig aus der Mensa, vermutlich von den Fleischküchle. So eine Kombination aus Magen-Darm-Fieber-Schupfen-Husten-Geschmacksverlust habe ich noch nicht erlebt. Entweder war das Corona oder eine andere Schweine-Hühner-Fledermaus-Grippe. Und dann kam noch der Tönnies-Fall. Seitdem esse ich noch weniger Fleisch und wenn dann nur vom Metzger und solches Fleisch, das man gut durchbrät. Abgesehen von einer Leberwursteskapade neulich. Ich esse möglichst wenig außer Haus, so leid es mir um die Gastronomie tut. Aber ich will den Corona-Virus nicht!

Ich denke, unsere Regierung sollte sich viel genauer die Lebensmittel und Lieferketten ansehen! Vielleicht sind es ja doch nicht der Small Talk mit Fremden und Umarmungen unter Freunden, die Corona übertragen. Wenn der Virus über das Essen kommt, erklärt das auch, warum immer gleich ganze Familien erkranken und Leute, die zusammen gefeiert haben. "Es war die Lachsschaumcreme", sagt der Tod bei Monty Python. Vielleicht waren das prophetische Worte?

Hier nochmal der Link auf meine Lieblingsstatistik.

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Springer-Buch "Digitale Bildung und Künstliche Intelligenz in Deutschland"

Beim Springer-Verlag frisch herausgekommen ist das Buch "Digitale Bildung und Künstliche Intelligenz in Deutschland". Sie finden das Buch hier auf der Springer-Webseite. Zwei der Kapitel stammen von mir:

Autonome KI als Partner des Menschen – Ethische Perspektiven im Spannungsfeld zwischen Entscheidungsentlastung und Verantwortung

Stellenanzeigen spiegeln die Evolution der Kompetenzbedarfe im Requirements Engineering

Viele Grüße,

Andrea Herrmann

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Kurs "Requirements Engineering nach IREB und ISO" im Februar 2021

Im Februar findet die meccanica feminale online statt. Am 23.-25.02. gebe ich dort den Kurs "Requirements Engineering nach IREB und ISO". Dort lernen die Teilnehmerinnen, ein Lastenheft zu erstellen.

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Algorithmen für die Erklärbarkeit von KI

Zuerst übergeben wir einer KI ein Entscheidungsproblem, und hinterher grübeln wir über ihre Beweggründe und versuchen, ihre Denkweise zu verstehen. Ich persönlich bin ja eher dafür, den Computern klare Handlungsanweisungen in Form von Regeln vorzugeben. Damit geben wir nicht die Verantwortung an eine dumme Maschine ab, die die Folgen ihrer Entscheidungen selbst nicht versteht.

Aber die zweitbeste Lösung besteht darin, die Entscheidungen der KI im Nachhinein verstehen zu können. Und daran wird eifrig geforscht, mit ersten Erfolgen. Darüber berichtet dieser Artikel in der Süddeutschen Zeitung.

Simon Ehrlich

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Fachgruppentreffen Requirements Engineeering am 26.+27.11.2020

Auf dem virtuellen GI-Fachgruppentreffen Requirements Engineeering am 26.+27.11.2020 wird es zwei Beiträge von mir geben: einen zum Spaß im Requirements Engineering und einen über einen virtuellen Kreativitätsworkshop. Das Programm der Veranstaltung finden Sie hier (auf dem Reiter "Programm"). Die Teilnahme ist kostenlos.

Andrea Herrmann

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Digitale Bildung und Künstliche Intelligenz in Deutschland

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"This is just a prototype": Wie KI-Anwendungen aus Start-Ups ethische Prinzipien ignorieren

In ihrem Artikel “'This is Just a Prototype': How Ethics Are Ignored in Software Startup-Like Environments" bezeichnen Vakkuri, Kemell, Jantunen and Abrahamsson zu Recht Ethik als nichtfunktionale Anforderung an KI-Software. Diese Anforderung sollte wie die anderen Qualitätsanforderungen systematisch analysiert und ins System hinein designed werden. In den untersuchten Fallstudien in Start-ups war dies leider nicht der Fall. Nachlesen können Sie diese Studie in dem Konferenz-Band der 21st International Conference on Agile Software Development, XP, 2020 ab Seite 195.

 

 

 

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Gender & Intersectional Bias in Artificial Intelligence

Oft wird gehofft, dass KI gerechter entscheiden kann als Menschen. Leider gib es immer wieder Hinweise darauf, dass die KI unsere Fehler wiederholt. Wer weiß, wie KI trainiert wird, wundert sich darüber nicht: Automatische Gesichterkennung funktioniert besser für Männer als für Frauen, für Weiße besser als für Schwarze. Aber auch die devote Reaktion von Sprachassistentinnen auf sexuelle Belästigung durch den Benutzer ist nicht hilfreich, weil dadurch Genderklischees verfestigt werden. Schreibt die EU hier.

 

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Risikowahrnehmung

Vor circa zehn Jahre forschte ich mal zur Risikowahrnehmung, im Rahmen meiner Habilitation. Mir ging es natürlich konkret um Fehlentscheidungen im Software Engineering aufgrund falsch eingeschätzter IT-Risiken. Aber dabei stöberte ich natürlich auch interdiszplinär in der Forschung der anderen Disziplinen, die sich mit diesem Thema beschäftigen wie Psychologie und Medizin. Dieses Thema wird anlässlich von Corona wieder ganz aktuell und die Forschung erklärt unsere Probleme, das Risiko intuitiv korrekt einzuschätzen und die Verhältnismäßigkeit von Maßnahmen zu beurteilen. Der Umgang mit diesem unsichtbaren Gegner ist ähnlich schwierig wie der Umgang mit Radioaktivität. Wir haben dafür keine Sinnesorgane und auch keine angemessene Intuition. Umso wichtiger ist es in einer solchen Sache, den Experten zu vertrauen. Die Virologen können Ansteckungskennzahlen ermitteln und die Epidemiologen wissen, was dieser Wert für die Gesellschaft und die Welt als Ganzes bedeutet.

Unsere Probleme mit der Risikowahrnehmung sind hier die bekannten:

Umgang mit geringen Wahrscheinlichkeiten: Für kleine Zahlen fehlt uns das passende Vorstellungsvermögen. Eine kranke Person können wir uns vorstellen, auch 50 kranke Leute. Aber wie viel sind 50 Neuinfektionen auf 100.000 Einwohner? Das sind 0,05 Prozent, und kann man sich schwerlich als Tortendiagramm vorstellen. Machen wir die Zahl nach den Regeln der Kunst anschaulicher: Jede Woche steckt sich dann eine von 2000 Personen an. Eine Gruppe mit 2000 Mitgliedern ist größer als ich mir sie vorstellen kann. Aber lassen wir mal 10 Wochen mit dieser Infektionsrate vergehen, dann ist eine von 200 Personen krank. Wenn man einen ICE richtig voll macht, hab ich gelesen, passen da 800 Fahrgäste rein. Darunter wären also vier Infizierte, also ein Passagier in zweieinhalb Wochen.

Die Verfügbarkeitsheuristik bzw. der Availability Bias führt dazu, dass wir die Wahrscheinlichkeit einer Gefahr entsprechend der Anzahl der Fälle abschätzen, die wir kennen oder uns vorstellen können, die also mental verfügbar sind. Allgemeine Fachartikel oder Statistiken erreichen uns emotional nicht. Je mehr man aber über konkrete Krankheitsfälle liest, für umso wahrscheinlicher hält man grundsätzlich eine Infektion. Ich jedenfalls kenne bisher nur eine einzige Person persönlich, die Corona nachweislich hatte. Aber ich habe natürlich ganz viel gelesen...

Der Optimistic Bias führt dazu, dass wir ein Risiko für uns selbst geringer einschätzen als für andere, selbst wenn uns die Statistiken vollständig klar sind. Man glaubt, das Ansteckungsrisiko sei für einen selbst geringer als für die anderen. Man berücksichtigt bei dieser Einschätzung nur diejenigen Faktoren, die tatsächlich das Risiko senken, aber nicht die anderen. Darum hört man so oft Klagen, es gäbe so viele, die ihre Maske nicht tragen. Eigentlich wäre es ihnen vermutlich egal, aber wenn es viele gibt, die Fehler machen, dann, so die beruhigende Schlussfolgerungen, werden die zuerst krank. Leider muss das nicht so sein. Objektiv betrachtet, finde ich, sind es nur wenige, die ihre Nase frei lassen, und ich denke mir, solange wenigstens einer von uns richtig vermummt ist, reicht das hoffentlich. Ich bilde mir nicht ein, dass ich irgendetwas richtiger mache als diejenigen, die es schon erwischt hat. Gestern habe ich beispielsweise an einer Fast Food Bude einen Salat gegessen, was man in Seuchenzeiten eigentlich nicht tun sollte. Da mache ich mir keine Illusion.
Dank meiner regelmäßigen Beschäftigung mit Risiken und Sicherheit habe ich zwei Dinge über Sicherheit und Risiken gelernt: Mit Hilfe einfacher Maßnahmen kann man schon ein ganz ordentliches Sicherheitsniveau erreichen. Aber je sicherer man sein möchte, umso mühsamer und teurer wird es, bis dann die Sicherheitsmaßnahmen unangenehmer werden als der Eintritt des Risikos. Hundertprozentige Sicherheit kann es nicht geben. Das Leben bleibt gefährlich. Vor allem habe ich mich dafür entschieden, Risiken einzugehen, weil sonst das Leben gar keinen Spaß mehr macht. Jeder sucht vermutlich ein anderes richtiges Maß an Sicherheit und Risiko. Gesamtgesellschaftlich gesehen endet jedoch unsere Entscheidungsfreiheit dort, wo wir andere in Gefahr bringen.

Bleiben Sie gesund!

 

 

 

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