Overblog
Folge diesem Blog Administration + Create my blog

weitere Amtszeit im Präsidium der Gesellschaft für Informatik

Gerade erfahre ich, dass ich erneut ins GI-Präsidium gewählt wurde für die Amtsperiode 2023 bis 2025. Das freut mich sehr. Vielen Dank für Ihr Vertrauen!

Kommentare anzeigen

Rezension: The Big Five for Life - Was wirklich zählt im Leben (John Strelecky)

Das Buch "The Big Five for Life - Was wirklich zählt im Leben" von John Strelecky habe ich gerne gelesen. Viel lieber als andere Ratgeber. Dieses Buch ist nämlich handlungsorientiert und plädiert für ein ethisches Management. Voraussetzung für das Funktionieren dieser Methoden ist, dass das Unternehmen einen Zweck verfolgt, den irgendjemand sinnvoll finden kann. Und genau diese Leute werden eingestellt und so eingesetzt, dass sie am richtigen Platz sind. Das Arbeitsleben kann so schön sein! (Keine Ironie!) Glückliche Mitarbeiter*innen und wirtschaftlicher Erfolg der Firma widersprechen einander nicht.

Ganz neu ist dieser Gedanke nicht: Wenn die Mitarbeiter motiviert arbeiten, sind sie produktiver. Es passieren weniger Fehler und das Personal wechselt seltener. Revolutionär ist hier aber, dass man nicht versucht, Schweine zum Fliegen zu bringen, sondern fürs Fliegen Vögel einstellt und Schweine für die Trüffelsuche.

Damit das klappt, muss jedoch der zukünftige Mitarbeiter wissen, ob er (sie) Vogel oder Schwein ist. Um das herauszufinden und darzustellen, helfen drei Hilfsmittel:

Jeder muss seinen ZDE (Zweck der Existenz) finden. Das ist natürlich nicht trivial. Also fragt man sich: "Was sind meine Big Five for Life?" Abgeleitet ist diese Idee von den "Big Five" einer Safari bzw. Großwildjagd. Folgende fünf Großwildtiere sollte man bei einer erfolgreichen Safari zu sehen bekommen: Elefant, Nashorn, Kaffernbüffel, Löwe und Leopard. Analog dazu sollte jeder Mensch herausfinden, was er in den gar nicht so vielen Stunden seines Lebens sehen oder tun möchte. Hilfreich ist dazu auch die Vorstellung eines "Museums meines Lebens". Dieses Museum stellt mein Leben dar, alles was ich getan habe. Was möchte ich in diesem Museum stehen sehen? (Also, bei mir passt das. Ich lebe schon mein Traumleben, auch wenn manchmal das Mischungsverhältnis der Komponenten unausgewogen ausfällt.)

Letztlich sollte das Geschäftsmodell eines Unternehmens darauf beruhen, dass der Geschäftsführer seinen ZDE erfüllt und das tut, was ihm am meisten Freude bereitet. Und für die anfallende Arbeit stellt er die Leute ein, die auf ihrer Position ebenfalls ihren ZDE erfüllen. Der Autor ist auch nicht ganz sicher, ob das für jedes Unternehmen funktionieren kann. Ich denke aber schon, weil ich mir kein legales Unternehmen vorstellen kann, das nicht Sinn stiftet. Schließlich bezahlt irgendjemand für dessen Produkte bzw. Dienstleistungen.

Das ist hier ist schön: "Erfolgreiche Führungskräfte beginnen etwas, das so stark mit dem Zweck ihrer Existenz verknüpft ist, dass die Aufgabe nicht nur eine Chance, sondern eine persönliche Notwendigkeit für sie ist. Sie haben genug Vertrauen in ihre Fähigkeiten, dass sie sich durch den Erfolg ihrer Mitarbeiter bestätigt und nicht etwa bedroht fühlen. Sie fördern andere, anstatt sie unten zu halten, sie inspirieren, anstatt einzuschüchtern, sie lehren, anstatt zu blockieren, und sie rechnen mit Erfolg, anstatt sich vor dem Scheitern zu fürchten."

Und über die Mitarbeiter steht hier: "Fähige Leute brauchen niemanden, der ihr Verhalten überwacht. Sie arbeiten nicht deshalb so gut, weil sie kontrolliert werden, sondern weil sie sich mit ihrer Arbeit identifizieren und sie gerne machen."

Genau! Wie ich gerne sage: Das könnte von mir sein...

 

 

 

 

 

Kommentare anzeigen

Toxische Weiblichkeit

Schon wieder einen neuen Begriff gelernt: toxische Weiblichkeit. Aber ich kenne das Problem, habe es hier im Blog ja schon mehrfach diskutiert. Diesen Artikel über toxische Weiblichkeit finde ich sehr gut. Im ersten Teil geht es darum, dass Frauen sich toxisch verhalten, indem sie die vom Patriarchat erwartete Weibchen-Rolle spielen: hübsch, schlank, immer von der Anerkennung der Männer abhängig und andere Frauen wegbeißen, sich hilflos fühlen und fies handeln. Da der Machoismus ein raffiniert gestricktes, sich selbst bestätigendes und erhaltendes System ist, können Machos genau dieses toxische Verhalten dann wiederum als Beleg für die Minderwertigkeit der Frau anführen. 

Wir Frauen müssen uns wie erwachsene Menschen verhalten, unseren Teil der Pflichten und Arbeit und Verantwortung übernehmen. Dann wird uns natürlich nicht automatisch der gerechte Anteil der Anerkennung oder Macht zugewiesen. Im Gegenteil wird solches Verhalten ja als unweiblich abgestraft. Je kompetenter wir sind, umso vehementer wird man uns Inkompetenz unterstellen. Wir müssen es aber trotzdem hartnäckig tun, weil die Welt sonst niemals aus diesem Teufelskreis der Ungerechtigkeit herauskommt. Wir müssen stark sein, an uns glauben und nicht rumheulen, uns auf Opfersofa setzen und vor Frust Eiskrem essen, bis wir uns wegen unserem Übergewicht hassen. Heul, heul. Raus aus dem Teufelskreis! 

Trotzdem gute Arbeit leisten, obwohl sie keiner sieht oder achtet. Verantwortung übernehmen, obwohl man unsere Fehler und die der anderen gegen uns verwendet Andere Frauen wie echte Menschen behandeln und vor ihnen genauso viel Achtung wie vor Männern haben, obwohl man uns das als Blindheit auslegt. Macht, Ansehen, Leistung und Geld genießen, auch wenn man sie uns neidet. Wir müssen einfach stark sein. 

Kommentare anzeigen

Fachgruppentreffen Requirements Engineering: Menschzentriertes RE

Heute fand das "Fachgruppentreffen Requirements Engineering: Menschzentriertes RE" statt. Wir haben mit diesem Treffen unseren Auftrag erfüllt, der in Artikel 10 "Soziale Verantwortung" der Ethik-Richtlinien der Gesellschaft für Informatik formuliert ist: "Das GI-Mitglied trägt Verantwortung für die sozialen und gesellschaftlichen Auswirkungen seiner Arbeit." In den Vorträgen und Diskussionen ging es um ethische Werte, deren Umsetzung durch oder Unterstützung durch Software sowie die Lösung von Konflikten zwischen ethischen Werten. 

Die verschiedenen Vorträge dieses Vormittags ergänzten einander sehr schön: 

- Birgit Penzenstadler stellte ihre Vision vor sowie die Ergebnisse einer umfangreichen Literaturrecherche über ethische Werte im Requirements Engineering. Wichtig war es festzustellen, dass diese ethischen Werte einander oft widersprechen. 

- Alexander Rachmann vertiefte das Problem der Widersprüche zwischen ethischen Werten und schlug das Wertequadrat als Hilfsmittel vor. 

- Henning Schwentner stellte die Technik des Domain Storytelling dar als Vorgehen, um menschzentriert Anforderungen zu ermitteln.

- Eduard Groen und Anne Heß betonten, dass "menschzentriertes RE" ein Pleonasmus ist, so wie der kleine Zwerg oder der runde Kreis. RE ist immer menschzentriert. Aber die Kunst besteht darin, das Vorgehen zu optimieren. Ein Ansatz kann dafür sein, von anderen Disziplinen zu lernen, die bereits Techniken entwickelt haben, um Anforderungen oder Bedürfnisse zu ermitteln.

- Christoph Oemig betonte, dass der Requirements Engineer der UX Designer by Default ist, auch und gerade wenn diese Rolle gar nicht ausdrücklich definiert ist. 

- Hartmut Schmitt und Eduard Groen stellten vor, wie man mit Hilfe von Human Centered Design benutzerfreundliche Privacy entwickeln kann.  

Die Vorträge werden im Februar als Artikel in den Softwaretechnik-Trends erscheinen. 

Kommentare anzeigen

Hochbegabt

Diese Galileo-Dokumentation über eine Hochbegabte finde ich sehr schön. Da wird so eine heile Welt dargestellt, von der ich immer geträumt habe. Wo es in Ordnung ist, gerne Bücher zu lesen und gerne Neues zu lernen. Wo Wissen dazu da ist, um die Welt zu verbessern. Wo man Menschen trifft, die Intelligenz beim Gegenüber wertschätzen. (OK, klar, vor der Kamera schwindeln sie immer ein wenig.)

Zu dieser Welt hätte ich gerne auch dazu gehört. Gefunden habe ich diese kleine Insel aber noch nicht. 

Im Großen und Ganzen geben bei uns doch die Dummen den Ton an. Beispielsweise die Corona-Leugner. Neulich habe ich es sogar erlebt, dass jemand Corona leugnete, der es schon gehabt hat. Unwissenschaftlichkeit und die Kühnheit, offensichtlich Falsches zu behaupten, das ist heutzutage Trumpf. Faulheit ist ein Statussymbol. Und da alles, was anders ist, gemobbt werden muss, trifft es nicht nur die Dummen, sondern auch die Schlauen. Da das Berufsleben auf dumme Menschen ausgelegt ist, kann man die verlangte Arbeit als Hochbegabter mit seinem halben Gehirn erledigen und langweilt sich. Es ist echt anstrengend, sich auf langweilige Arbeit zu konzentrieren!

Immerhin gelegentlich leuchtet das Licht der Wissenssuche sehr hell, nämlich in Vorlesungen und Abschlussarbeiten mit hoch motivierten Studierenden. Wobei ich persönlich finde, dass Disziplin sogar noch wichtiger ist als Hochbegabung. Es gibt genug Hochbegabte, die unfokussiert und zappelig keine guten Ergebnisse liefern. Teilweise liegt es an Selbstüberschätzung. Wie es in dem Film so richtig hieß: "Intelligenz kann Erfahrung nicht ersetzen." Das ist ein Schlüsselsatz. Wer normal intelligent aber fleißig ist, kann sich alles erarbeiten und Erfahrung sammeln. Er bearbeitet vielleicht nicht zwanzig Projekte parallel wie ein Hochbegabter, dafür aber eines gründlich. Vielleicht geht es langsamer, dafür aber systematischer.

Manchmal gehe ich so weit, Hochbegabung als eine Behinderung zu bezeichnen. Ist es doch auch. Wer zu groß ist, passt nicht durch normale Türen und an normale Arbeitsplätze. Und so ist es eben auch bei der intellektuellen Größe. Und es ist dann auch wirklich schwer, mit Normalos auf gleicher Augenhöhe zu sprechen, weil man es gewohnt ist, dass man sich ständig dümmer stellen muss als man ist, aber nicht immer weiß, welcher Grad an Dummheit gerade gefordert ist. Beispiel: Wenn ich Leute kennen lerne und denen erzähle, was ich beruflich und in der Freizeit so mache, dann sind ein, zwei Punkte davon noch OK. Aber je länger die Liste, umso unglaubwürdiger wird es. 

So, OK, hab noch was zu tun.... Die Weltherrschaft an mich reißen oder so...

 

 

Kommentare anzeigen

Fachgruppentreffen zum Thema "Menschzentriertes Requirements Engineering"

Am Freitag 25.11. findet von 9 bis 12 Uhr das Fachgruppentreffen zum Thema "Menschzentriertes Requirements Engineering" statt. Das Programm steht jetzt und kann hier eingesehen werden (auf den Reiter "Programm" klicken). Die Veranstaltung ist online und kostenlos. Bitte bis zum 20.11.2022 mit einer formlosen E-Mail bei Oliver Karras (oliver.karras"at"tib.eu) anmelden.

 

Kommentare anzeigen

Projektmanagement beim Wandern: Die Vorbereitung

Mein beliebtes Buch "Projektmanagement beim Wandern" von 2017 befindet sich gerade in der Überarbeitung bzw. Aktualisierung und kommt nun in vier Teilen neu heraus. Das erste, "Die Vorbereitung" ist nun neu erschienen.

 

Kommentare anzeigen

Blog-Artikel über meinen Vortrag über Diskriminierung

Im Blog der AKAD ist jetzt eine Zusammenfassung meines Vortrags über Diskriminierung erschienen, siehe hier

 

Kommentare anzeigen

September-Aktion: Hat es geklappt?

Jetzt stellt sich eventuell die Frage, wie es funktioniert hat, im September nichts Neues zu kaufen. Sehr gut, ich habe ja Übung. Ich habe mir allerdings ein Buch neu gegönnt. Es ist frisch herausgekommen, und gibt es noch nicht gebraucht. Ich will für einen Verein eine Buchbesprechung dazu schreiben. Ironischerweise ist es ein Buch über Umweltschutz. Hinzu kommen noch zwei Bücher, die ich als Rezensionsexemplare (kostenlos) bestellt habe. Auch neu herausgekommen. Wenn ich ältere Bücher rezensiere, dann besorge ich mir die durchaus gebraucht.

Kommentare anzeigen

Call for Papers: Fachgruppentreffen RE am 25.11.2022

Aufruf für Beiträge zum

Diskussionsaustausch zum Thema „Menschenzentriertes Requirements Engineering“


https://fg-re.gi.de/veranstaltung/diskussionsaustausch-zum-thema-menschenzentriertes-re

25. November 2022, 09:00 – 12:00 Uhr, virtuell

DIE VERANSTALTUNG:

Traditionell ist das Fachgruppentreffen ein Forum für den Erfahrungsaustausch und Diskussionen zu aktuellen Themen des Requirements Engineering (RE) zwischen allen RE-Interessierten. Auch Gäste sind sehr herzlich willkommen. Neben der Präsentation der Ergebnisse der Arbeitskreise der Fachgruppe RE und der Diskussion von neuen Aktivitäten sollen wie immer Vorträge aktuelle Aspekte und Themen des RE aus industrieller und auch wissenschaftlicher Sicht beleuchten. Dazu gehören insbesondere auch Ergebnisse laufender Dissertationen. Auf unserem Fachgruppentreffen 2022 in Stuttgart haben wir beschlossen, dass wir den erfolgreichen virtuellen Diskussionsaustausch vom November 2021 zum Thema „RE und KI“ am Freitag, dem 25. November 2022 von 09 – 12 Uhr zu wiederholen.



BEITRÄGE:

Das diesjährige Thema des Diskussionsaustausches lautet: „Menschenzentriertes Requirements Engineering“.

Neben ausgewählten Einladungen zu Vorträgen aus Industrie und Forschung zu diesem Thema, besteht auch weiterhin die Möglichkeit einen Vorschlag für einen Beitrag zu dem Thema einzureichen. Ziel dieses Diskussionsaustausches ist es interessante Erfahrungen sowie aktuelle offene Fragestellungen und Herausforderung sowie mögliche Lösungsansätze rund um das vorgegebene Thema in informeller und lockerer Form zu diskutieren. Folgende Fragestellungen wären u.a. interessant:

· Was bedeutet „Menschenzentriertes Requirements Engineering“?
· Wie kann man menschliche und künstliche Intelligenz (Stichwort: „human-in-the-loop“ und „machine-in-the-loop“) kombinieren, um bestmögliche Ergebnisse zu erzielen?
· Wie stellt man den Menschen stärker in den Mittelpunkt im Softwareentwicklungsprozess?
· Welche Auswirkungen haben menschliche Werte im Requirements Engineering auf die Akteure und ihren Beitrag zum Requirements Engineering?
· Wie trägt Requirements Engineering dazu bei, die Vielfalt und die menschlichen Werte der Akteure im Softwareentwicklungsprozess zu verstehen und handzuhaben?
· Was sind geeignete Ansätze und Technologien im Requirements Engineering, um menschliche Werte in einem (Software-)Produkt oder einer oder mehreren Aktivitäten des Requirements Engineerings für die Akteure sicherzustellen?

Für einen Vorschlag für einen Beitrag bitten wir um eine schriftliche Zusammenfassung von einer halben Seite bis maximal 2 Seiten.

Aus der Zusammenfassung sollte hervorgehen:
· Motivation der behandelten Fragestellung und Kontext
· Behandelte Fragestellung oder Problem
· Lösung und Ergebnisse
· Was ist neu?
· Falls vorhanden: Referenzen zu Ihren bisherigen Arbeiten / Vorträgen zu diesem Thema

Je nach Anzahl der eingereichten bzw. angenommenen Beiträge, stehen für die Präsentation der Beiträge 15-20 Minuten zur Verfügung. Zudem wird jeder angenommenen Beitrag eingeladenen einen Kurzbericht von 2 Seiten zu erstellen, der Anfang 2023 in den Softwaretechnik-Trends der Gesellschaft für Informatik als Teil des Fachgruppenberichts zum Diskussionsaustausch veröffentlicht wird.

Bitte reichen Sie Ihre Beiträge per Mail an oliver.karras@tib.eu bis zum 24.10.2022 ein. Sie erhalten bis spätestens 01.11.2022 Rückmeldung zu ihrem Beitrag.

Sollten Sie Interesse daran haben, an diesem virtuellen Diskussionsaustausch teilzunehmen, so senden Sie bitte eine formlose E-Mail zur Anmeldung Ihrer Teilnahme bis zum 20. November 2022 an Oliver Karras (oliver.karras@tib.eu).

Organisation:
Dr. Oliver Karras, oliver.karras@tib.eu
Prof. Dr. Andreas Vogelsang, vogelsang@cs.uni-koeln.de
Prof. Dr. Andrea Herrmann, andreaherrmann3@gmx.de
Andrea Wohlgemuth, andrea.wohlgemuth@swisslog.com

Kommentare anzeigen

<< < 1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 20 30 > >>