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spontan und kreativ in der Krise: Schutzausrüstung aus dem 3D-Drucker

Es ist immer wieder faszinierend, was plötzlich so alles geht - spontan kreativ. Alle Ressourcen werden genutzt, um das gemeinsame Problem gemeinsam zu lösen. An der FH Dortmund werden aktuell Schutzmasken mit dem 3D-Drucker produziert, um zwei Krankenhäuser damit auszustatten

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Der Peitscheneffekt und das Clopapier?

Gerade habe ich einen Artikel über Lieferketten der Supermärkte gelesen. Darüber, dass die Supply Chains oft von Künstlicher Intelligenz gesteuert werden, die als Grundlage für ihre Planung das Kundenverhalten der letzten Jahre verwendet. Das passt momentan nicht. Wir befinden uns in einer Phase der Hamsterkäufe! Tja, das haben wir jetzt davon, wenn wir systemrelevante Themen wie die Clopapierproduktion und -lieferung den Maschinen überlassen! 

Dabei fiel mir der Peitscheneffekt wieder ein (Bullwhip Effect). Wie war das nochmal mit kleinen Schwankungen im Kundenverhalten, die sich über die Lieferkette - dank KI - aufschaukeln können? Wikipedia erklärt das Phänomen aus der Geschäftsprozess-Management-Welt sehr gut. Konkret müsste das doch jetzt bedeuten: Die Händler registrieren einen erhöhten Verbrauch und prognostizieren einen Anstieg. Bei ihren Zwischenhändlern wird also mehr bestellt und die Hersteller erhöhen ihre Produktion. 

Allerdings haben inzwischen alle Endverbraucher ihre Lagerkapazitäten aufgefüllt und benötigen nun nur noch den normalen Verbrauch wie sonst, um nachzukaufen. Diejenigen, die sich vollständig zu Hause verbarrikadiert haben und gar nicht mehr raus gehen, kaufen sogar weniger. Das heißt, wir werden demnächst in einer Überproduktion von Clopapier versinken. Falls der Peitscheneffekt eintritt.

Momentan sehe ich noch nichts davon. Das letzte Mal habe ich vor vier Wochen Clopapier gekauft. Damals war es schon knapp. Gerade eben habe ich wieder welches erbeutet. Wieder bei Müller, übrigens. Überall sonst habe ich vergeblich nachgesehen. Von Überproduktion keine Spur. Ich habe gerade auf den Verpackungen nachgelesen, aber dort steht nicht, wo es produziert wird. Da steht nur "hergestellt für". Stammt unser Hygienepapier aus China? Oder zumindest das billige? Momentan kann man nur Luxusvarianten kaufen. Eventuell handelt es sich aber auch um eine künstliche, absichtliche Verknappung, weil momentan doch niemand auf den Preis sehen wird, wenn er überhaupt irgendwelches Flauschpapier kaufen kann. Warum sollte man uns dann kostengüstiges Papier ins Regal stellen, wenn wir auch das doppelt so teure zu kaufen bereit sind?

Also, entweder stammt unser Toilettenpapier aus China, von wo gerade keines exportiert wird, oder der Peitscheneffekt tritt nicht zwangsläufig ein. Ganz so weit hat die Künstliche Dummheit bzw. Automatische Extrapolation die Lieferketten doch noch nicht im Griff. Vielleicht ist es aber auch böse Strategie, das wertvolle Papier knapp zu halten? 

Ich beobachte das Thema neugierig weiter, auch wenn ich für die nächsten fünf Wochen gut versorgt bin. 

Simon Ehrlich

 

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Corona-Apps und Datenschutz

Während in Asien anscheinend Sicherheit höher gewertet wird als Datenschutz, sind wir in Europa geteilter Meinung. Die Datenschutz-Gesetze und die hohe Bedeutung von Privatsphäre und Freiheit bleiben auch in der Corona-Krise gültig.

Die Wirtschaftsuniversität Wien hat drei Corona-Apps hinsichtlich Datenschutz und Wirksamkeit bezüglich Corona miteinander verglichen. Sie finden den Vergleich auf Englisch und Deutsch auf dieser Webseite

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Das Licht der letzten Tage

Die letzten Tage habe ich hier im Home Office den Roman "Das Licht der letzten Tage" von Emily St. John Mandel ein zweites Mal gehört. Dieses Mal ist das Szenario einer Pandemie kein rein hypothetisches mehr. Es ist ein sehr gut geschriebenes, poetisches Buch, in dem es nur in der äußeren Handlung um den Zusammenbruch geht. Aber letztlich preist das Buch die Zivilisation und das Leben auf der Erde. 

Parallel werden das Leben der Menschen nach dem Ende der Zivilisation beschrieben, wo mittelalterliche Zustände ohne Strom und fließendes Wasser herrschen, und eine Handlung aus einer Science Fiction Graphic Novel, wo der Rest der freien Menschheit auf einer defekten Raumstation in ewigem Dämmerlicht lebt, teilweise unter Wasser.

Sie alle hoffen, dass die alte Welt wiederhergestellt werden kann. "Es geht immer vorbei", sagt jemand mit Rückblick auf die Geschichte der Menschheit. Das tut es natürlich, aber in beiden Geschichten des Romans ist die Rückkehr in die "alte Welt" unmöglich. Diese ist unwiederbringlich untergegangen und zerfallen.

Wie Angela Merkel sagte: "Die Situation ist ernst, und sie ist offen." Das heißt, wir können nicht wissen, ob es sich um eine vorübergehende Krise gehandelt haben wird, in der viele starben, aber die meisten überlebten. Oder ob wie im Roman am Ende fast alle erkranken, außer Flugpassagiere, die an einem entlegenen Flughafen stranden, oder eine Gruppe Manager in einem Outdoor-Retreat. 

Der Unterschied zwischen Corona und der "georgischen Grippe" im Roman besteht im Zeitverlauf. Die (erfundene) georgische Grippe hat eine Inkubationszeit von wenigen Stunden, und so gut wie jeder, der mit einem Infizierten Kontakt hatte, ist später auch krank. Die Sterblichkeit der Kranken liegt bei über 99%. Darum hat die Zivilisation keine echte Chance, rechtzeitig Gegenmaßnahmen zu ergreifen. Das ist aktuell anders. Erleben wir den Roman im Zeitlupentempo? Oder werden wir diesen unsichtbaren Gegner besiegen?

Und so sitze ich in meinem sonnendurchfluteten Elfenbeinturm, habe gerade die letzte Präsenzklausur fertig korrigiert, von der ich weiß, und frage mich, wie es weitergeht. Wie Frank in dem Roman verschanze ich mich hinter meinen Projekten, stelle z. B. gerade ein Fachbuch fertig. Die Zukunft wird zeigen, ob es noch jemand lesen wird. Hier in meinem Home Office ist noch alles in Ordnung, auch auf der Straße scheint alles normal, abgesehen von der Leere. Die Menschen huschen nicht mehr so verängstigt durch die Gegend, obwohl die Gefahr einer Ansteckung täglich größer wird. Aber das Thema "Risikowahrnehmung" habe ich lange genug erforscht, um mich nicht zu wundern.

Andrea Herrmann

 

 

 

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Informatik-Cup 2020 simuliert eine Pandemie

Durch Zufall oder durch eine prophetische Anwandlung des Themenstellers hat der Informatik-Cup 2020 der Gesellschaft für Informatik die Ausbreitung einer Pandemie simuliert sowie die Wirkung bestimmter Gegenmaßnahmen wie Quarantäne-Zonen. Gewonnen hat in der online stattfindenden Endausscheidung Ende März ein Team der DHBW Karlsruhe. Gratulation! 

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Online-Kurs zum Requirements Engineering ab 27. April 2020

Nach Ostern startet mein Online-Kurs zum Requirements Engineering in die nächste Runde. Der Kurs besteht aus Videos, Übungsaufgaben und zweiwöchentlichen Online-Webinaren am Montagnachmittag. Ich biete den Kurs in Zusammenarbeit mit der Technischen Akademie Esslingen an, bei der Sie sich auch anmelden können.

Andrea Herrmann

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Es wirkt! Unsere Opfer sind nicht umsonst

Gerade sehe ich mit Freude auf der Statista-Seite, dass die Anzahl der Neuinfektionen deutlich gesunken ist. Sonntags sind sie immer niedriger, aber auch der Montag sieht sehr gut aus. Hoffen wir, dass es sich nicht um einen Messfehler handelt! Bin gespannt auf morgen.

Als Optimistin glaube ich, dass wir die Kurve nicht einfach nur verflachen können. Ein Virologe schrieb, je weniger Leute sich gleichzeitig infizieren, umso länger dauert die Krise. Das glaube ich nicht. Ich denke, wir können die Kurve sowohl verflachen als auch verkürzen. Wir müssen das Virus nur wirkungsvoll eindämmen. Darum: weiterhin Hände waschen! 

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Quietschvergnügt im Home Office

Draußen geht die Welt unter... aber hier in meinem Home Office ist alles bestens. Ich fühle mich so gesund wie sonst selten. Da ich bisher schon immer zwei oder drei Tage pro Woche im Home Office gearbeitet habe, ist alles vorhanden, was ich dafür brauche. Da ich bisher wegen meiner vielen Reisen schon immer mal Probleme mit der Beschaffung von Nachschub hatte, habe ich alles auch auf Vorrat hier. 

Ich kann also super arbeiten und leben hier. Die Arbeit ist mir auch nicht ausgegangen, so wie vielen anderen Leuten. Mir geht überhaupt nie die Arbeit aus. 

Mit sechs Home Office Tagen pro Woche statt zweien komme ich mit der produktiven Arbeit prima voran. Mein Buch über Requirements Engineering ist so gut wie fertig, muss nur noch ein paar Abbildungen nachbessern. Allerdings: Home Office ist echt anstrengend. Bisher fand ich den Wechsel von körperlich anstrengender Reise und geistig anstrengender Büroarbeit ganz angenehm. Beides war kraftraubend, aber auf unterschiedliche Weise. Und mit einer Gruppe netter Kursteilnehmer den Tag zu verbringen ist ja sowieso wie Ferienlager. 

Da ich es mir zur Gewohnheit gemacht hatte, an jedem Home Office Tag irgendetwas zu putzen, und solche Routinen dem Menschen ja Halt geben, wird es hier immer sauberer und ordentlicher. Ich putze Ecken, wo ich sonst wegen der vielen Reisen nie hingekommen bin. Nächste Woche wird der Teppichboden gereinigt. Fensterputzen steht auch noch auf dem Programm. 

Der regelmäßige Schlaf und wöchentliches Joggen tun der Gesundheit gut. An den anderen Tagen mache ich Gymnastik. Ich esse hier nur, was ich selbst gekocht habe und nehme darum nur das zu mir, was ich vertrage. Niemand mischt mir Zeugs ins Essen, von dem ich nachher Ausschläge, Durchfall oder Kopfschmerzen bekomme. Ich brauche weniger Schlaf und fühle mich fitter. Die Haut erholt sich, ich bin voller Energie. Und ohne die Reisen werde ich auch nicht dauernd mit irgendwelchen Erkältungsviren oder verdorbenem Essen konfrontiert. 

Gerade habe ich meine Sonntags-Kochorgie gefeiert. Zum Abendessen gibt es Krautkuchen und anschließend noch Zitronenkuchen. Solange ich noch Mehl habe, wird nicht geknausert! Abgesehen davon kann ich dann immer noch Kartoffelbrot und Reiskuchen backen. :-)

 

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Umfrage zum Spaß im Requirements Engineering

​Anders als in anderen Untersuchungen möchten wir nicht herausfinden, was Requirements Engineering behindert. Sondern wir möchten herausfinden, unter welchen Bedingungen die Arbeit im Requirements Engineering Spaß macht. Ihre Erfahrungen sind gefragt! Ihre Antworten werden anonymisiert und vertraulich behandelt.
​​Wir, das ist der Arbeitskreis "Requirements Engineering und Lehre" der Fachgruppe Requirements Engineering der Gesellschaft für Informatik:
​​https://rg-stuttgart.gi.de/arbeitskreise/ak-requirements-engineering-und-lehre/
​​https://www.xing.com/communities/groups/requirements-engineering-und-lehre-8325-1047940/posts
​​https://fg-re.gi.de/fachgruppe/arbeitskreise
​​Die Befragung dauert rund 45 Minuten.
​​Sie finden sie online hier.
 

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Warum gibt es Leid?

Warum gibt es Leid? Dafür habe ich drei verschiedene, einander widersprechende Erklärungen. Vielleicht gilt auch jede für irgendein anderes Problem:

  1.  "Shit happens." In jedem komplexen System gibt es mehr suboptimale Zustände als optimale. Irgendetwas kann immer schief gehen und eine Kettenreaktion auslösen. Dabei haben wir noch Glück, weil nämlich unser Organismus und auch eine funktionierende Gemeinschaft von Menschen zahlreiche Mechanismen hat, um Fehler zu korrigieren und Fehlentwicklungen aufzuhalten. Der Grund warum ein Mensch länger lebt als ein Virus liegt darin, dass unsere Zellen einander beschützen. Wir haben ein Immunsystem. Ohne das würden wir alle nicht älter als ein paar Wochen. Maximal. Leider geht uns vor lauter Behütetsein das Gefühl dafür verloren, wie vielen Bedrohungen wir ständig begegnen. Manche erinnern sich nicht mehr an EHEC. Verdrängt. 
  2.  Der Teufel macht gerne was kaputt: Gerne wird Leid Gott in die Schuhe geschoben. Dabei gibt es ja noch seinen Gegenspieler, und dem nutzt es, wenn Menschen sich fürchten und leiden. Das treibt ihm viele neue Anhänger ins Netz. Der Teufel verspricht den ängstlichen Seelen nämlich eine falsche Sicherheit.
  3.  Gott prüft uns: Im Leid zeigt sich der wahre Charakter eines Menschen. Leid ist ein Prüfstein, an dem Schönwettergläubige scheitern können. Liefe in unserem Leben alles glatt, würden wir selbstgefällig, würden glauben, wir machen immer alles richtig, würden undankbar gegenüber Gott und überheblich gegenüber unseren Mitmenschen. Überstandenes Leid macht uns im Nachhinein demütig, mitfühlend, verständnisvoll, dankbar. Und weil es so schön unseren Charakter formt, darum müssen wir regelmäßig da durch. 

Wie dem auch sei. Das hier passt doch immer wieder: 

Herr, gibt mir die Kraft, die Dinge zu ändern, die ich ändern kann,

die Gelassenheit, das Unabänderliche hinzunehmen,

und die Weisheit, beide voneinander zu unterscheiden.

 

 

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