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Sommer-Uni an der Universität Bremen (online)

Dieses Jahr finden die Informatica Feminale Bremen und die Ingenieurinnen-Sommeruni der Universität Bremen online statt:

23. internationales Sommerstudium Informatica Feminale
Juli - September 2020 online
https://www.informatica-feminale.de

12. internationale Ingenieurinnen-Sommeruni
Juli - September 2020 online
https://www.ingenieurinnen-sommeruni.de

Ich bin nicht dabei, habe über den Sommer schon genug zu tun!

Andrea Herrmann

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Smart-TV: die Wanze im Wohnzimmer

Die Funktionsbeschreibungen von Smart-TVs haben sich für mich schon immer gelesen wie der wahr gewordene Albtraum aus dem Buch 1984. Und tatsächlich genießt der Datenschutz bei den Herstellern nicht die höchste Priorität. Hier ein Artikel bei Heise über die Schwächen.

Andrea Herrmann

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Kollegin Payne

Hier finden Sie eine Rezension über eine Biographie von Cecilia Payne, eine brillante Astrophysikerin. Geschrieben hat das Buch Donovan Moore. Die Rezension fragt sich: "Die Biographie lässt den Leser mit der Frage zurück, wie ihre überragenden wissenschaftlichen Fähigkeiten und Leistungen mit ihrer geringen Bekanntheit zusammenzubringen sind". Das ist doch überhaupt nicht erstaunlich. Die meisten erfolgreichen Wissenschaftlerinnen waren weder zu Lebzeiten noch später besonders bekannt, außer Marie Curie, die es zum Nobelpreis geschafft hat bzw. sogar zu zweien. Höchstens in Fachkreisen, aber sogar das bezweifle ich. Bekannt ist ja das Phänomen, dass die Entdeckung einer Wissenschaftlerin nach ihrem Vorgesetzten benannt wird.

Ich kann mir lebhaft vorstellen, wie hart Payne gearbeitet haben muss, um eine Professur zu bekommen. Und freue mich, dass sie das Budget bekam, um ihre wegweisenden Forschungen durchzuführen. Ich habe es schon längst aufgegeben, irgendwelche genialen Forschungsideen zu entwickeln, wie ich das früher gerne tat. Da ich üblicherweise kein Budget für meine eigene Forschung habe und auch kein Personal, darf ich sowieso realistischerweise nur Forschungsideen haben, die ich alleine in maximal 200 Stunden mit Hilfe eines normalen Laptops bearbeiten kann. Meinen Hauptfokus muss ich darauf lenken, mit Lohnarbeit (meist Routine) meinen Lebensunterhalt zu verdienen in einer Welt, wo Kunden mir sagen "Wir sind es gewohnt, dass Frauen nur die Hälfte kosten" und mir immer wieder erklärt wird, bei der Ermittlung meines Honors müsse ich berücksichtigen, dass ich als Frau keine Krankenversicherung und keine Miete zu bezahlen habe. Zum Glück muss ich nicht wie Kollegin Payne auch noch Hausmann und Kinder ernähren!

So, nun wende ich meine Genialität wieder der Reiseplanung zu. Wir Frauen haben es echt gut, wir müssen nicht mal eine Sekretärin bezahlen, da wir ja genetisch dafür veranlagt sind, Sekretärinnenarbeit selbst zu erledigen... Aber immerhin bin ich wieder "on the road". Kurz vor der Sommerpause wurde mir dann doch noch eine Wiederholungsprüfung mit einem einzigen Studenten genehmigt.

Andrea Herrmann

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Videokonferenzen sind praktisch, aber ...

Videokonferenzen sind praktisch, aber leider nicht sicher. Das beginnt schon bei den Inhalten der Auftragsverarbeitungsverträge, findet die Berliner Landesdatenschubeauftragte. Eine technische Prüfung wurde leider nicht durchgeführt. Das Ergebnis hätte mich sehr interessiert.

Letztlich sollten wir wohl nur öffentliche und halböffentliche Vorträge über Videokonferenzsysteme durchführen. Bei der normalen Vorlesung steht ja üblicherweise auch die Tür offen. Aber was ist die Alternative? Zum Beispiel die gute alte Telefonkonferenz. Sollen Powerpointfolien gezeigt werden, kann der Vortragende dazu sagen: "Wir wechseln nun auf Folie 5", und alle verfolgen das auf ihrem Computer nach. Oder man verwendet Open Source auf einem selbst installierten Server oder bei einem vertrauenswürdigen Dienstleister.

 

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Schulungen im September

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Lernen mit VR

Neulich führte ich eine Literaturrecherche zum Thema "Lernen mit VR" durch. Hier einige gute Quellen, die ich dafür gefunden habe:

- Dörner, Ralf; Broll, Wolfgang; Grimm, Paul; Jung, Bernhard (Hrsg) (2019): Virtual und Augmented Reality (VR/AR) - Grundlagen und Methoden der Virtuellen und Augmentierten Realität. 2. Auflage, Springer Vieweg
- Thomas, Oliver; Metzger, Dirk; Niegemann, Helmut (Hrsg.) (2018) Digitalisierung in der Aus- und Weiterbildung Virtual und Augmented Reality für Industrie 4.0. Springer Gabler
- Garzón, Juan; Pavón, Juan; Baldiris, Silvia (2019). Systematic review and meta-analysis of augmented reality in educational settings. Virtual Reality, Feb. 2019
- Martín-Gutiérrez, Jorge; Mora, Carlos Efrén; Añorbe-Díaz, Beatriz; González-Marrero, Antonio (2017). Virtual Technologies Trends in Education. EURASIA Journal of Mathematics Science and Technology Education 13(2):469-486

Grundsätzlich habe ich die Erfahrung gemacht, dass Lerntechniken und die verwendeten Werkzeugemöglichst einfach sein müssen, damit sie wenig vom Inhalt ablenken. Zuerst kommt das Lernziel,dann das Werkzeug. Was ich mal im Software Engineering eingesetzt habe, war die Ameise-Simulationder Universität Klagenfurt, die damals noch textbasiert war. So eine Simulation eines Software-Projektesist ein ganz nettes Spielchen für zwischendurch, an dem die Studierenden die Dynamik eines komplexenSystems wie eines IT-Projektes gut erfahren können: zum Ameise-Projekt.
 

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Nachtrag zu "kompetente Frauen und sich selbst überschätzende Männer"

Diese Nachricht passt sehr gut zum Thema:

https://www.gmx.net/magazine/politik/us-praesident-donald-trump/insider-us-praesident-donald-trump-angela-merkel-beschimpft-34841236

Donald Trump ist doch definitiv jemand, der sich selbst überschätzt. Er macht ständig Aussagen über Dinge, mit denen er sich nicht auskennt und die darum falsch sind. Beispielsweise seine Idee, Desinfektionsmittel als Impfstoff zu verwenden, oh weh. In diesem Artikel steht, er gehe oft unvorbereitet in Besprechungen mit anderen Regierungschefs. Ganz typisch für diese Art Person! (Sich selbst überschätzende Leute gibt es natürlich auch unter den Frauen, aber die kommen damit nicht so weit wie die Männer.)

Und darum ist es natürlich, dass er Probleme mit kompetenten Frauen hat. Wobei ja traurigerweise die Folgen relativ gering sind, wenn er eine Regierungschefin beleidigt. Die sind das schon gewohnt, haben das während ihrer Karriere ganz bestimmt oft genug erlebt und können das einordnen. Die Professionalität, mit der Angela Merkel darauf reagiert, zeugt davon. Abgesehen davon, dass sie nicht davon reden dürfen, weil man ihnen diesen Gesprächsverlauf als Schwäche auslegt, nicht dem Idioten, der sie beleidigt. Nach allen Strategien, die ich bisher ausprobiert habe, hat sich auch die im Artikel genannte am wenigsten schlecht bewährt: sachlich bleiben, ganz konsequent die Sachebene niemals verlassen, den aggressiven Ton an sich abprallen lassen und nachher den Mist für sich behalten. (OK, letzteres dann doch nicht so konsequent, weil es mich ärgert, dass das immer noch so funktioniert: Männer dürfen Frauen ungestraft beleidigen, sogar im Berufsleben, und die Frau muss sich hinterher schämen, der Mann nicht. Die gesamte Gesellschaft steht auf der Seite des Mannes.)

Gefährlicher ist leider Trumps Machogehabe gegenüber anderen Alphamännchen. Daraus könnte tatsächlich ein Atomkrieg entstehen.

Andrea Herrmann

 

 

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Immersives Lernen mit VR-Szenarien

Ein gutes Video über das immersive Lernen mit VR-Szenarien finden Sie hier. Für meine eigenen Kurse sehe ich dafür keine Notwendigkeit, weil Software Engineering keine dreidimensionalen Objekte produziert. Ich setze mehr auf Gamification. Aber für den Maschinenbau oder Physik ist VR super. Schließlich ist das dreidimensionale Vorstellungsvermögen eines der Lernziele dieser Studienfächer.

Am Ende des Videos fehlt mir zusätzlich zu den beiden Testimonials noch eine richtige Evaluation. Ich denke aber, dass die VR-Übung nicht unbedingt lehrreicher sein muss als eine Übung am realen Objekt. Das Argument, dass man nicht ständig alle möglichen Maschinenmodelle für die Ausbildung vorhalten möchte oder kann, ist schon Grund genug, virtuelle Montageübungen durchzuführen. Und wenn die Technologie schon da ist, könnte man auch gleich das dreidimensionale CAD-Zeichnen einführen.

Andrea Herrmann

 

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Informationen zur Corona-App

In diesem Youtube-Video erhalten Sie aktuelle Informationen über Corona-Apps vom Sicherheits-Experten Prof. Federrath.

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Der Geschlechterunterschied in den naturwissenschaftlichen Fächern

Ein neu erschienener Artikel in der Zeitschrift Science von Cimpian, Kim und McDermott hat gründlich den Werdegang von fast 6000 Schülern untersucht. Dabei wurde auch deren Leistungsniveau berücksichtigt. Das Ergebnis überrascht mich nicht, habe ich einiges davon schon selbst im Studium beobachtet: Die Mädchen, die ein technisches Fach studieren, die waren schon in der Schulzeit sehr gut und wussten genau, warum sie dieses Fach gewählt haben, während bei den Jungs viele nur darum in dem Studiengang landeten, weil ihnen nichts Besseres einfiel oder weil es hieß, man habe damit später gute Chancen auf einen fürstlich bezahlten Job. Begabung spielte bei der Wahl dieses Studienfachs nur bei den Mädchen die wichtigste Rolle.

Leider hört die Studie hier anscheinend auf. Ich berufe mich momentan auf eine Zusammenfassung von Sibylle Anderl in der FAZ, werde mir den ganzen Artikel jedoch besorgen, sobald ich wieder an der Hochschule bin. Schmerzhafter finde ich persönlich die Folgen, die diese Ungleichverteilung der Begabungen im Berufsleben hat. Denn  folgerichtig ist es sehr wahrscheinlich, dass bei der täglichen Arbeit eine leistungsstarke Frau mit leistungsschwachen Männern zusammenarbeiten muss, auf derselben Hierarchieebene oder sogar mit einem weniger begabten Chef. Jedoch verlangen die Regeln der Machogesellschaft (bzw. Misogynie), dass jede Frau unter jedem Mann stehen muss. Nach meiner Beobachtung legen besonders Männer einen Wert darauf, die in der Hierarchie der Männer weiter unten stehen, z. B. solche, die schlecht verdienen, nicht studiert haben, ihre Doktorarbeit abgebrochen oder dergleichen. Gerade so einer wird nervös oder sogar offen feindselig, wenn er erfährt, dass ich als Frau etwas geleistet habe, was er noch nicht getan hat (z. B. ein Fachbuch geschrieben oder auf einer Konferenz vorgetragen), mehr verdiene als er oder einfach nur studiert habe. Oft genug bleibt es nicht bei Aggressionen und Unterstellungen vor versammelter Mannschaft ("Diesen Artikel können Sie nicht selbst geschrieben haben, weil Ihnen [als Frau] die Kompetenz dafür fehlt!"), sondern die steigern sich gerne auch so in ihre Feindseligkeit hinein, dass Lügen verbreitet werden, um mich fertig zu machen. Als Beispiel ein Fall, wo ein Lehrbeauftragter (der nicht studiert hatte), sich darüber ärgerte, dass ich als Vertretungsprofessorin für meine Vorlesungen mehr Lohn erhielt als er. Seiner Meinung nach war er höher qualifiziert und mehr wert als ich, weil er nämlich schon in der Praxis gearbeitet hatte, was ich als Frau Doktor Privatdozentin ja nicht getan haben konnte. (Ich habe sieben Jahre lang in IT-Firmen gearbeitet.) Er machte mich systematisch bei meinen Studenten schlecht und sie glaubten ihm natürlich, dass ich noch nicht in einer Firma gearbeitet habe. Jede Woche fragte er sie, was ich in meiner Vorlesung behandelt habe und erklärte ihnen, dass sie diese weltfremden Uni-Methoden (z. B. die UML) nicht zu lernen brauchen, weil die in der Praxis grundsätzlich nicht verwendet werden. In der Machogesellschaft zählt das Wort eines Mannes immer höher als das einer Frau. Wenn ich erzähle von Projekten, die ich während meiner Berufstätigkeit in IT-Firmen geleitet habe, und irgendein Mann, der mich gar nicht kennt, behauptet, ich hätte immer nur an der Uni gearbeitet oder sei sogar mein Leben lang Hausfrau gewesen, dann wird natürlich ihm geglaubt. Warum sollte er lügen? Und falls er lügt, wird er gute Gründe dafür haben, so die spontane Meinung der Machogesellschaft, was mir schon oft so gesagt wurde. Dieser Mann war so überzeugt von seiner Weltsicht und der moralischen Richtigkeit seiner Handlung, dass er mir ganz freimütig und ohne schlechtes Gewissen auf der Weihnachtsfeier davon erzählte. Er belehrte mich dort lang und breit, dass ich den Studenten völlig die falschen Inhalte beigebracht hätte, die sie für das Berufsleben nicht benötigen. Er ignorierte meinen Hinweis, dass ich in meinen Projekten sehr wohl UML verwendet habe. Er hatte in der Vorlesung "Hardware Engineering" Softskills gelehrt und Rollenspiele gemacht. Als ich ihn auf das Modulhandbuch hinwies, in dem steht, was in der jeweiligen Vorlesung zu behandeln sei, winkte er ab mit einem Hinweis auf seine Missachtung von akademischer Bildung im Allgemeinen. Für das Berufsleben seien die Softskills viel wichtiger. Seine Kursbewertung fiel natürlich viel besser aus als meine. Natürlich hat dieser Mann auch darum so gehandelt, weil er zu den im Artikel genannten Menschen mit niedriger Leistung und Selbstüberschätzung gehört. Aber es ist doch ein Mann-Frau-Problem, dass er sich ausgerechnet mich aussuchte, um sich auf meine Kosten bei den Studenten als "kompetener als die Unileute" positioniert. Was gezeigt werden sollte: Diese sich selbst überschätzenden inkompetenten Männer, die mehr sein wollen als sie sind, sind die geborenen Feinde der erfolgreichen Frau.

In dem oben genannten Artikel klingt es so als würden die leistungsschwachen Männer und die leistungsstarken Frauen als getrennte Gruppen nebeneinander her studieren, unabhängig voneinander. Tatsächlich gibt es auch hier schon leichte Wechselwirkungen, z.B. wenn ein in der Prüfung erfolgloser männlicher Student alle Kommilitoninnen nach ihrer Note fragt mit dem Ziel, jemanden zu finden, der noch schlechter war als er. Einem entfuhr in der Situation mal: "Scheiße, jetzt sind sogar die Mädchen schon besser als ich." Zum Glück hängt die Note beim Studium nicht von der Meinung der Kommilitonen ab. Im Berufsleben aber schon! Da gibt es Abhängigkeiten, z. B. hängt meine Leistung davon ab, dass ich von den Kollegen die dafür nötigen Informationen und Zuarbeit erhalte oder sogar bewusst angelogen werde. Nach meiner Beobachtung sind die Kollegen immer so lange nett und freundlich, solange sie noch annehmn dürfen, ich sei Berufsanfängerin. Wirklich überall ist das die Default-Annahme bei einer Frau. Die Feindseligkeit beginnt immer ganz abrupt in dem Moment, wo ich irgendeine Vorerfahrung erwähne. Dann entgleisen die Gesichtszüge. (Die FH Dortmund möchte ich hier ausdrücklich ausnehmen, da habe ich das noch nicht beobachtet. Das liegt vermutlich daran, dass es dort schon sehr viele kompetente Frauen gibt.)

In diesen Zusammenhang passt auch eine aufschlussreiche Studie, die zeigt, dass Frauen durch ihren männlichen Vorgesetzten umso schlechter bewertet werden, je höher sie qualifiziert sind. Nach meiner Beobachtung ist es für einen Chef noch erträglich oder sogar erfreulich wenn "einer von seinen Männern" etwas Großes leistet. Schließlich gehören sie zum selben Team. Aber die Mitarbeiterin soll bitte nicht den Chef übertrumpfen, also z. B. nicht auf einer Konferenz einen erfolgreichen Vortrag halten, wenn der Chef mit seinem eigenen Vortrag nicht zufrieden war.

So, ich muss jetzt erstmal wieder Puls und Stresslevel runter bringen und dann gehe ich noch was leisten. Irgendetwas Geniales, das mir am Ende doch nicht als Leistung angerechnet wird, "weil Frauen sowas doch normalerweise nicht können" oder "weil das doch das Wissen eines Mannes sein muss" (Original-Töne).

Andrea Herrmann

 

 

 

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